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Ausgabe Nr. 73 / 06-2016
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Editorial

Lagerfeuer
Doch, es gibt sie noch, die Momente, in denen sich (fast) die ganze Schweiz am medialen Lagerfeuer zusammenfindet. Meist ist es der Sport, der für solch magische Momente sorgt. Gerade diesen Sommer erleben wir das wieder einmal, wenn wir mit den Fussballern leiden, mit den Olympioniken hoffen und mit den Schwingern fiebern werden. Was das für die sda Sportredaktion bedeutet, erfahren Sie in diesem Newsletter.

Aber sie werden seltener, die gemeinsamen Erlebnisse. Meist konsumiert jeder und jede für sich allein, wann man gerade Zeit und Lust hat einzelne Medieninhalte und «shared» diese dann via Social Media mit Freunden. Da alles mobil erhältlich ist, braucht es kein Lagerfeuer und nicht einmal mehr das Cheminée in der heimischen Stube, um News zu teilen und zu kommentieren. Die Zeiten von Radio Beromünster, Sottens oder Monte Ceneri sind vorbei. Die Nachrichtensendungen von damals waren aber Inspiration für ein Kunstwerk, von dem Sie ebenfalls im Newsletter mehr erfahren.

Die Medien müssen heute auf allen Plattformen, rund um die Uhr attraktive multimediale Inhalte anbieten, um die gewünschte Aufmerksamkeit zu erhalten. Die sda will ihren Kunden dabei helfen. Gemeinsam mit KEYSTONE webt sie täglich einen Newsteppich, der ab nächstem Jahr auch Videoinhalte enthält. Der Basisdienst wird damit erstmals multimedial, und dass ohne Zusatzkosten für den Kunden. Egal ob Lagerfeuer oder individualisierte Mobil-Nutzung: Die Grundversorgung für alle Mediennutzungen kommt traditionell von der Agentur.

Bernard Maissen, Chefredaktor

Bernard Maissen (sda); Winfried Kösters (sda); Béat Grossenbacher (sda); Roman Eberle (sda Sport); Julien Oberholzer (sda Sport); Jonas Schneeberger (sda Sport); Roger Eichmann (sda); Thomas Pentsy (AWP); Beatrix Ta (news aktuell); Catharina Graf (KEYSTONE)
Koordination: Dania Ammann (sda); Francis Roelofsen (sda)

Bild: Francis Roelofsen, sda
Französischer Bildhauer widmet der sda eine Skulptur

Wir blenden zurück in die 40-er Jahre des letzten Jahrhunderts. Der Zweite Weltkrieg wütet in Europa. Die Desinformation regiert in der Nachrichtenwelt. Zu dieser Zeit lauscht der französische Bildhauer Jean-Louis Faure täglich die gesprochenen Nachrichtenbulletins der Schweizerischen Depeschenagentur über den Westschweizer Radiosender Sottens. Es ist zu jener Zeit die einzige objektive Informationsquelle über den Kriegsverlauf. Dem jungen Faure prägen sich die Worte des Nachrichtensprechers René Payot ein, mit denen jedes Radio-Bulletin beginnt: «Die Schweizerische Depeschenagentur in Bern bringt nun die neuesten Nachrichten». Dieses Ritual animiert den Bildhauer zu einer Skulptur, die er soeben an einer Vernissage der sda übergeben hat.

Die Stimme von René Payot und die sda in frischer Erinnerung macht sich Faure ans Werk. In der typischen Manier eines Künstlers lässt er seiner Fantasie freien Lauf. Und so lässt er Assurbanipal, den König des Assyrischen Reiches von 669 bis 631 vor Christus, in der Skulptur in Erscheinung treten. Assurbanipal verschiesst drei Pfeile, die eine in Agonie versunkene Löwin durchbohren. Und ein zweites Element der Skulptur sticht ins Auge. Zuoberst ist ein Sony-Radio zu sehen, das während eines Grossbrandes halb verkohlt gerettet werden konnte. «Die erste lautschriftliche Aufnahme der Welt», betitelt der Bildhauer sein Werk.

«Faure ist ein Künstler und Historiker, dessen Skulpturen keine Possen…

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