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Ausgabe Nr. 46 / 09-2009
Tor der Zukunft - Skulptur von Hugo Marxer in Buchs SG
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Roger Federer
 
Roger Federer im Gespräch mit dem Schiedsrichter
Si
Der permanente Zeitdruck in New York
So wie die Bodenbeläge bei den vier Grand-Slam-Turnieren unterschiedlich sind, so verschieden sind auch die Arbeitsbedingungen. Speziell anstrengend ist für den Si-Reporter das US Open in New York.

Als Roger Federer in der 2. Runde in einer "Nightsession" den Widerstand des aufmüpfigen Deutschen Simon Greul gebrochen und mit 6:3, 7:5, 7:5 gewonnen hatte, war mein Tagwerk noch längst nicht beendet. Von meinem Platz im Arthur-Ashe-Stadium gings in die Katakomben des grössten Tennisstadions der Welt und dort direkt an den Laptop. Als erstes schicke ich eine Resultatvormeldung direkt aufs Netz, bediene die Hauptnummer des Telefonsportdienstes 164 auf deutsch und italienisch, informiere unsere SMS-Kunden auf 160 Zeichen über Federers Sieg und schreibe eine Textfassung für Online und die Tennis-Nummer (6) von 164. Diese Fassung verlinke ich dann mit einem Bild, das ich selber zugeschnitten habe, und schicke sie ebenfalls direkt aufs Netz. Diese Stunden in der Nacht sind für den Live-Reporter besonders anstrengend, da die Si-Redaktion in Zürich nicht besetzt ist.

Später, weit nach Mitternacht, besuche ich die Pressekonferenz, in der unser Champion perfekt dreisprachig parliert, und schreibe anschliessend eine erste Fassung für den Basisdienst, welche am Morgen in die Redaktionsstuben geliefert wird und am Abend ergänzt wird.

Wenn ich einige Stunden später in meinem Hotelzimmer erwache, kreisen die Gedanken schon wieder um die Arbeit. Welche Schweizer spielen heute? Welche Favoriten könnten eine Story wert sein? Welche Randgeschichte könnte ich in die Schweiz schicken? Dort ist es wegen der Zeitverschiebung schon Nachmittag, der Zeitdruck deswegen latent. Die tägliche Routine beginnt wieder: Ich fahre meist um 9 Uhr mit dem Shuttlebus von der Grand Central Station in Manhattan in den Stadtteil Queens ins Billie Jean King National Tennis Center. Je nach Stauverhältnissen dauert die Fahrt zwischen 30 Minuten und einer Stunde. Der Glamour, den New York sonst verströmt, ist hier draussen weit entfernt.

Auf der Anlage ist der Service für die Medienvertreter sehr gut. Jeder akkreditierte Journalist verfügt über seinen eigenen Platz in einem der beiden Medienräume mit TV, auf denen man auch die Aussenplätze einsehen kann. Zudem werden die Journalisten stets mit Informationen versorgt, die gelegentlich auch das Gerüst für Stories bilden. Nach den Partien findet immer eine Pressekonferenz statt.

Die Spiele beginnen um 11 Uhr (17 Uhr in der Schweiz), und in den darauffolgenden sechs Stunden herrscht für die Europäer Hochbetrieb. Bis Redaktionsschluss gilt es, noch so viele aktuelle Partien wie möglich zu verarbeiten. Ich muss zudem -- als Einziger unter den anwesenden Schweizer Journalisten -- alle Resultate abtippen. Nach 17 Uhr Ortszeit ist dann einmal Durchatmen angesagt. Bis es mit der "Nightsession" weitergeht.

Marco Keller, Tennisfachmann Sportinformation Zürich
 
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