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| SDA 2011 - Die New(s) Agency |
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Nachrichtenagenturen sind Spätzykliker. Sie profitieren später vom Aufschwung und auch Krisen treffen sie später. Die Aussichten der SDA für die nächsten Jahre machen dies wieder einmal deutlich. Während viele Medien bereits Ende letzten Jahres und erst recht 2009 mit grossen Ertragseinbrüchen konfrontiert waren, erreicht diese Krise die SDA in voller Härte erst 2010. Allerdings dieses Mal in einem nie gekannten Ausmass. Kommt hinzu, dass die Agentur nie in vollem Ausmass vom Aufschwung profitieren konnte. Zwar halfen die Gratiszeitungen den allgemeinen Auflagenrückgang der abonnierten Presse zu kompensieren, doch der Ausstieg von Regionalzeitungen und die Teuerung musste die Agentur allein kompensieren. Diese Herausforderung hat die SDA stets gemeistert, ohne an den Grundfesten zu rütteln. Gesteigerte Produktivität, noch schlankere Strukturen und eine aktive Abrundung der Gruppe sorgten für gute Ergebnisse.
Strukturelle Krise bringt Strukturanpassung Die strukturelle Krise der Medien machte nun aber eine Strukturanpassung bei der SDA notwendig. Strukturanpassungen bei einer Nachrichtenagentur bedeuten immer Veränderungen in der Redaktion. Die SDA will an ihren Stärken festhalten. Die Mehrsprachigkeit, die regionale Verankerung und der 24-Stunden-Dienst werden deshalb nicht im Grundsatz in Frage gestellt, sondern nur in ihrer jeweiligen Ausgestaltung. Das Netz der Regionalredaktionen wird etwas grobmaschiger. Doch in den verbleibenden Aussenstellen arbeitet auch in Zukunft rund die Hälfte der Mitarbeitenden der SDA-Redaktion. Ein Verhältnis, das wohl kein Schweizer Medium sonst erreicht.
Neu organisiert werden die Abläufe der Zentralredaktion. Ressortgrenzen dürfen keine Rolle mehr spielen, damit die SDA die Grösse der Redaktion noch besser nutzen kann. Und da wir mit kleineren Einheiten funktionieren müssen, wird die Zusammenarbeit zwischen den Sprachen noch wichtiger. Auch die Herstellung der verschiedenen Produkte wird noch stärker zusammengefasst. So wird die Online-Textproduktion in die Basisdienstredaktion gezügelt, damit sich die Online-Redaktion vermehrt auf spezielle Produkte "ihrer" Kundengruppe konzentrieren kann.
Fit für die Zukunft Diese Massnahmen werden schrittweise umgesetzt. Ende nächsten Jahres wollen wir fit sein für die längerfristige Zukunft. Es wird eine neue Agentur sein, die auch ein erneuertes Produkt anbieten wird. Den dazugehörenden Leistungsauftrag werden wir 2010 mit den Kunden diskutieren. Die Herstellung wird in einem neu gestalteten Newsroom erfolgen, der den neuen Bedürfnissen Rechnung trägt. Die SDA baut auf eine 115 Jahre alte Tradition. Diese lehrt uns, dass sich die Agentur stets gewandelt hat, um den Kunden kostengünstig hohe Qualität anzubieten. Daran wollen wir festhalten, egal, wie Abläufe, Organisation und Dimension der SDA aussehen.
Bernard Maissen, Chefredaktor SDA
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