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Ausgabe Nr. 48 / 03-2010
Der Weg ist das Ziel
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Chinesisch
Die SDA ist seit dem 1. März in der Schweiz die einzige Nachrichtenagentur, die auf Deutsch einen Inlanddienst anbietet. Auf Französisch bietet AP weiterhin Inlandmeldungen an.

Diese Entwicklung hat für gewisse Irritationen gesorgt, und die Situation der SDA wurde polemisch mit derjenigen der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua verglichen. Solches kommt uns chinesisch vor, denn Xinhua ist eine staatliche Nachrichtenagentur und die SDA ein privatrechtliches Unternehmen in den Händen der Schweizer Medien und damit ihrer Kunden.

Aber es stimmt, die Schweiz hat – und dies im Gegensatz zu China – nur eine nationale Nachrichtenagentur. Doch das ist, um in etwas vergleichbareren Regionen zu bleiben, auch in Österreich, Belgien, Holland, Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen und Portugal der Fall. Die Schweiz war bisher also auch in Bezug auf Nachrichtenagenturen ein Sonderfall und hat sich nun von diesem Sonderfall verabschiedet.

In den letzten 50 Jahren hat sich die Medienlandschaft in der Schweiz massiv verändert. Damit natürlich auch die Situation für die Nachrichtenagenturen. 1960 gab es in der Schweiz drei Nachrichtenagenturen, nämlich die SDA, die UPI und die spk. UPI verschwand 1972 vom Markt, doch gleichzeitig etablierte sich die ddp. Es blieb also bei drei Agenturen. 1982 kam AP dazu. Kurzzeitig gab es damit sogar vier Agenturen, doch AP verdrängte 1983 ddp aus dem Schweizer Markt. 1993 schliesslich stellte die spk ihren Dienst ein. Seither gab es die SDA als Erstagentur und AP als Zweitagentur.

Mit dem Rückzug von AP aus dem deutschsprachigen Markt und dem damit verbundenen Verkauf der Lizenz an ddp veränderte sich die Situation. Die neuen Besitzer mussten eine andere Rechnung anstellen als die Weltagentur AP. Damit war klar, dass es entweder zu einer Lösung zwischen den beiden Agenturen oder zu einem harten Verdrängungskampf kommen musste. Die Schweizer Medienunternehmen haben sich für ihre eigene Agentur entschieden und wollten dieses Unternehmen nicht einem ruinösen Preiskampf aussetzen. Darunter hätte vor allem die Solidarität zwischen den Landesteilen und damit der französisch- und der italienischsprachige Dienst gelitten. Deshalb kam der Vertrag zwischen ddp und SDA zustande. Er ermöglicht es der SDA, auch in Zukunft einen qualitativ guten Dienst in drei Landessprachen anzubieten, und den Kunden gleichzeitig zu einem guten Preis den Zugang zum internationalen Dienst der AP bzw. der ddp.

Die Situation der Nachrichtenagenturen lässt sich nie isoliert von den übrigen Medien betrachten. Von 1960 bis 2010 ging die Zahl der Zeitungstitel gemäss Angaben des Verbandes Schweizer Presse von 350 auf 197 zurück. Wenn man bedenkt, dass nicht alle Titel selbständige Redaktionen haben, ist der Rückgang noch dramatischer. Natürlich sind in der Zwischenzeit Privatradios, Lokalfernsehen und Online-Medien entstanden. Doch sie konnten das Verschwinden von Zeitungsredaktionen nie vollständig kompensieren. Die Zahl der Redaktionen definiert die Marktgrösse für die Nachrichtenagenturen.  Weniger Redaktionen bedeuten weniger potentielle Kunden. Und da in den letzten Jahren aufgrund des steigenden Kostendrucks immer mehr Redaktionen darauf verzichteten, zwei Agenturen zu abonnieren, war die Bereinigung nur eine Frage der Zeit. Man mag das aus journalistischer Optik beklagen, und der damit verbundene Stellenabbau ist sehr bedauerlich – doch privatrechtliche Nachrichtenagenturen können sich den wirtschaftlichen Zwängen nicht entziehen – das können nur staatliche, wie die chinesische Xinhua.

Bernard Maissen, Chefredaktor
 
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