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v.l.n.r. Pietro Supino, Gérald Tschopp, Eric Hoesli, Albert P. Stäheli, Hans Heinrich Coninx, Hanspeter Lebrument, Matthias Hagemann, Albert Noth |
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| Drei Fragen an den SDA-Verwaltungsrat über die SDA |
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Die Medienlandschaft in der Schweiz und damit das Umfeld der SDA haben sich in den letzten Jahren rasant verändert. Die Herausforderungen für die Agentur sind gestiegen, die Rolle der SDA muss immer wieder überprüft werden. Wie sieht der neu zusammengesetzte Verwaltungsrat die Bedeutung der SDA, und welche Ziele verfolgt er? Ein Blick in die Zukunft der SDA:
1. Was ist die besondere Bedeutung der SDA in einer sich rasch wandelnden Schweizer Medienlandschaft?
2. Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen der nächsten Jahre für die SDA?
3. Was reizt Sie persönlich am VR-Mandat bei der SDA, und welches Anliegen liegt Ihnen besonders am Herzen?
Hans Heinrich Coninx, Präsident: 1. Die SDA stellt eine flächendeckende und weitgehend neutrale Information der Schweizer Medien und anderer Kunden sicher.
2. Eine grosse Aufgabe wird es sein, auch in Zukunft unsere Kunden zu fairen Preisen bedienen zu können. Eine weitere Herausforderung wird die zunehmende Bedeutung der elektronischen Medien sein.
3. Ich bin seit bald vierzig Jahren – zuerst als Kadermann, später als Verwaltungsratsmitglied der SDA – mit dem Unternehmen verbunden.
Albert Noth,Vizepräsident (St-Paul SA, Freiburg): 1. Die Dienstleistung der Agentur bildet die Basis für die redaktionelle Arbeit. Sie ist unverzichtbar. Das gilt für die alten wie auch für die neuen Medien. Wer dies in Abrede stellt, lügt oder betrügt. 2. Auch in Zukunft ein Angebot zu erstellen, das von den Nutzern als unverzichtbar erachtet wird.
3. Einen Beitrag zu leisten, damit eine nationale, die unterschiedlichen sprachlichen und kulturellen Eigenheiten des Landes widerspiegelnde SDA bestehen kann.
Matthias Hagemann (Radio Basilisk): 1. Die SDA sichert die Grundversorgung mit hochwertigen journalistischen Inhalten aus der Schweiz für die Schweiz. Sie leistet damit einen zentralen und unentbehrlichen Beitrag zur Existenz einer vielfältigen Schweizer Medienlandschaft. Die Alternative wäre eine mediale Kolonisation aus dem Ausland. Für die föderalistische, direktdemokratische Schweiz wäre das undenkbar.
2. Wie die gesamte Schweizer Medienlandschaft, insbesondere die Presse, ist die SDA vom Strukturwandel betroffen, der durch den Siegeszug des Internets im Gange ist. Die fehlenden Erlöse der Medienunternehmen führen einerseits zu einer Konzentration und damit zu mächtigeren Kundengruppen, andererseits zu einem zunehmenden Druck auf die Tarife. Unter diesen Umständen das bisherige Angebot in gewohnter Qualität rentabel zu produzieren, ist eine grosse Herausforderung. Die SDA als Gesamtunternehmen muss sich wandeln, um dem Wandel begegnen zu können.
3. Die SDA ist für die Schweizer Medienlandschaft von zentraler Bedeutung, obwohl das noch nicht überall genügend gewürdigt wird. In diesem Unternehmen als Verwaltungsrat einen Beitrag zu einer gedeihlichen Gestaltung der Zukunft leisten zu dürfen, fasziniert mich sehr. Persönlich habe ich nach dem Verkauf der BaZ vermehrt Zeit für Mandate – und mit Radio Basilisk bin ich nach wie vor SDA-Kunde. Mein Anliegen wäre, dass die Politik und die ganze Medienbranche sich mit der SDA solidarischer zeigen, als das heute der Fall ist.
Eric Hoesli (Edipresse): 1. Die Verantwortung der SDA im Schweizer Medienmarkt ist grösser denn je. Die nationale Nachrichtenagentur ist das wichtigste Scharnier für den Informationsaustausch und die Kommunikation zwischen den Sprachregionen. Ja es lässt sich heute ohne Übertreibung sagen, dass die SDA darüber entscheidet, welche Nachrichten und Informationen auf nationaler Ebene einen Widerhall finden oder nicht. Zugleich verändert sich die Art und Weise der Informationsvermittlung und -aufnahme rapide. In diesem Umfeld muss die SDA ihre eigene Rolle dauernd neu definieren.
2. Der technologische Wandel, der eine Anpassung an neue Informationsmärkte bewirkt, ist die wohl grösste Herausforderung. Das beeinflusst auch die Nutzung von Quellen (Kommunikation und Verbreitung), die Notwendigkeit von Multimedia (Text, Bild und Ton), die Tarifierung (Halbwertzeit des Informationsnutzwerts) sowie die Kundenstruktur. Und das alles spielt sich in einem wirtschaftlich sehr anspruchsvollen Medienumfeld ab.
3. Es liegt mir sehr am Herzen, dass die SDA ihre „raison d’être“ bewahrt. Das heisst, dass die SDA rasch, zuverlässig und ausgewogen in den verschiedenen Landessprachen informiert.
Hanspeter Lebrument (Südostschweiz Mediengruppe): 1. Die wichtigste Aufgabe der Medien ist es, glaubwürdig zu bleiben. Wir erleben zurzeit einen relativ happigen Verlust an Glaubwürdigkeit in unseren Medien. Eine Agentur, die ein bisschen trocken, aber wahr und objektiv die Fakten im Gesamtzusammenhang darstellt, kann sich diesem Trend der bröckelnden Glaubwürdigkeit entgegenstellen. Es ist deshalb notwendig, dass ein demokratischer Staat wie die Schweiz auf eine unabhängige und gut ausgebaute Nachrichtenagentur zählen kann.
2. Die Digitalisierung und damit verbunden die Leichtigkeit, zu Nachrichten, ob sie nun wahr oder weniger wahr sind, zu kommen, sind grosse Gefahren. Man hat heute ein bisschen den Eindruck, man könne, ohne viel Geld auszugeben – also gratis – bequem zu Informationen kommen. Der Schutz, für journalistisch erarbeitete Nachrichten wird in den nächsten Jahren eine grosse Rolle spielen.
3. Die SDA hat in der multikulturellen Schweiz einen vielsprachigen Basisauftrag für die Medien zu erfüllen. Als einziger Verleger aus einem dreisprachigen Kanton habe ich ein besonderes Interesse, die Realisierung eines solchen Auftrags mitzugestalten.
Besonders am Herzen liegt mir, dass die drei Dienste der SDA – deutsch, italienisch und französisch – einen wesentlichen Beitrag zum Sprachenfrieden erbringen.
Albert P. Stäheli (NZZ-Gruppe): 1. Die besondere Bedeutung der SDA basiert auf der wettbewerbsunabhängigen Solidarität der schweizerischen Medien als ihren Kunden und Aktionären.
2. In der Anpassung an die Veränderung des Medienmarktes durch technologische Entwicklungen, an den Kostendruck und die sich verändernden Nutzungsbedürfnisse bei den Verlagshäusern.
3. Mitzuwirken, die SDA als wichtigen Dienstleister für unsere Branche auch im herausfordernden strukturellen Wandel der Branche mit einer erfolgreichen Strategie in die Zukunft zu führen.
Pietro Supino (Verwaltungsratspräsident Tamedia-Konzern): 1. Die SDA erbringt eine unverzichtbare Basisdienstleistung für alle Schweizer Medien – in der Deutschschweiz, im Tessin und in der Westschweiz. Ohne den Basisdienst könnten viele Medien ihr Angebot nicht aufrechterhalten.
2. Wir stehen wie alle Medien vor der Herausforderung, die Qualität zu erhalten und gleichzeitig effizienter zu werden. Damit die SDA weiterhin ein neutraler und verlässlicher Partner bleibt, dürfen die Landessprachen nicht gegeneinander ausgespielt werden und müssen die Preise stabil bleiben.
3. Die SDA ist in der Schweizer Medienbranche so gut verankert wie kaum ein anderes Unternehmen. Ich bin froh, dass Tamedia als wichtigste Kundin und bedeutende Aktionärin neu im Verwaltungsrat vertreten ist. Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Verwaltungsrates möchte ich dazu beitragen, dass die breite Verankerung erhalten bleibt und die SDA wirtschaftlich auf gesunden Beinen steht.
Gérard Tschopp (SRG SSR idée suisse): 1. Die Verantwortung der SDA ist nach dem Verschwinden des Schweizer AP-Dienstes weiter gewachsen. Die Kunden erwarten von der SDA eine vollständige Berichterstattung und einen qualitativ hochstehenden Dienst in den drei Landessprachen. Auch journalistisch muss die SDA Verantwortung übernehmen; das heisst, sie deckt die Schweizer Aktualität umfassend ab. Damit ist die Agentur für die Medien und die Öffentlichkeit unverzichtbar.
2. Die SDA muss sich auf einen möglichst breiten Kreis an Kunden und Aktionären abstützen können. Dies ist eine zwingende Voraussetzung dafür, um in der Schweizer Presse fest verankert zu sein und die Solidarität zwischen den Medien und den Sprachregionen garantieren zu können. Die Schweiz braucht eine starke, finanziell gesunde SDA. Die Erschliessung neuer Ertragsquellen soll wesentlich dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen.
3. Es gilt dafür Sorge zu tragen, dass die SDA die Agentur für alle Kunden und Aktionäre bleibt. Die SDA muss auf einem gesunden finanziellen Fundament stehen, um die Qualität des Basisdienstes und einen gleichwertigen Dienst für alle Regionen des Landes sicherstellen zu können.
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