Druck, Richtungswechsel und Flexibilität
Die sda Sportinformation an der U21-EM in Dänemark
Im Prinzip ist eine U21-EM nicht mit einer EURO auf höchstem Level zu vergleichen. In Dänemark strömten im Schnitt kaum 3000 Zuschauer zu den Spielen. Der Aufwand im Security-Bereich war entsprechend gering. Und die mediale Beachtung des Turniers beschränkte sich praktisch auf die teilnehmenden Nationen.
Für Journalisten hat das geringere Personenaufkommen in der Regel nur Vorteile: Das Akkreditierungs-Prozedere läuft schneller ab, die Checks inner- und ausserhalb der Stadien sind unkomplizierter. Alles spielt sich in einem überschaubaren Rahmen ab. Die Wege sind wesentlich kürzer. Und in der Mixed-Zone – bei Grossanlässen gelegentlich auch eine «Nahkampfzone» – sind 1:1-Interviews mit den Jungstars ziemlich problemlos möglich.
Das eher marginale Interesse global tätiger Medien sollte aber nicht zum Trugschluss führen, dass die erfolgreiche U21-Equipe des Schweizer Fussball-Verbandes in der Heimat nicht eine flächendeckende Euphorie ausgelöst hätte. Das Interesse an den SFV-Junioren erreichte mit Fortdauer des Turniers höhere Werte: Den 1:0-Erfolg gegen Tschechien verfolgten über 500'000 Zuschauer live am TV.
Entsprechend gross war die Nachfrage nach News und Geschichten aus dem Schweizer U21-Camp. Die nationalen Medien betrieben einen Aufwand, wie er sonst nur bei Kampagnen der A-Nationalmannschaft üblich ist. Der Reporter vor Ort bestritt ein Marathon-Pensum. Durch den Zusatzservice «O-Töne» – die Sportinformation belieferte Radiokunden einmal pro Tag mit Stimmen der Beteiligten – intensivierte sich das Programm erheblich: Zwölfstündige Arbeitseinsätze sind an solchen Top-Events für den Si-Reporter eher die Regel als die Ausnahme.
Bei mehrwöchigen Reportagen ist vieles, aber nie alles planbar. Fix sind an sich nur die Daten und Anspielzeiten der Partien. Alles andere variiert ständig. Trainingszeiten ändern, die Medienkonferenzen werden manchmal kurzfristig verschoben oder verlegt. Interview-Anfragen werden nicht immer erfüllt. Immer wieder ändern auch die Arbeitsbedingungen: Ab und an fällt das Funknetz aus, was zu erheblichen technischen Komplikationen führen kann.
Aus der journalistischen Optik betrachtet, sind speziell an einem EM-Turnier diverse Herausforderungen zu bewältigen. Die Online-Plattformen funktionieren mit einer anderen Agenda als die Print-Medien – eine gute Vernetzung und die Qualität, unter Druck die Richtungswechsel im Themenbereich frühzeitig zu erkennen, sind massgebende Faktoren.
Eine Eigenschaft hingegen ist von höchster Bedeutung: die Flexibilität. Dazu ein Beispiel. Gleich am ersten Tag wurde dem Autor dieser Zeilen der Laptop entwendet – in der «gesicherten» Medienzone der Tribüne. Innerhalb von 48 Stunden galt es einen Ersatz zu organisieren. Gleichzeitig musste die weitere Text-Produktion gewährleistet werden. Eine EM ist nur schon deshalb in jeder Beziehung eine Bewährungsprobe – selbst auf U21-Ebene.
Sven Schoch, Redaktor Sportinformation Zürich
Die sda Sportinformation an der U21-EM in Dänemark
Im Prinzip ist eine U21-EM nicht mit einer EURO auf höchstem Level zu vergleichen. In Dänemark strömten im Schnitt kaum 3000 Zuschauer zu den Spielen. Der Aufwand im Security-Bereich war entsprechend gering. Und die mediale Beachtung des Turniers beschränkte sich praktisch auf die teilnehmenden Nationen.
Für Journalisten hat das geringere Personenaufkommen in der Regel nur Vorteile: Das Akkreditierungs-Prozedere läuft schneller ab, die Checks inner- und ausserhalb der Stadien sind unkomplizierter. Alles spielt sich in einem überschaubaren Rahmen ab. Die Wege sind wesentlich kürzer. Und in der Mixed-Zone – bei Grossanlässen gelegentlich auch eine «Nahkampfzone» – sind 1:1-Interviews mit den Jungstars ziemlich problemlos möglich.
Das eher marginale Interesse global tätiger Medien sollte aber nicht zum Trugschluss führen, dass die erfolgreiche U21-Equipe des Schweizer Fussball-Verbandes in der Heimat nicht eine flächendeckende Euphorie ausgelöst hätte. Das Interesse an den SFV-Junioren erreichte mit Fortdauer des Turniers höhere Werte: Den 1:0-Erfolg gegen Tschechien verfolgten über 500'000 Zuschauer live am TV.
Entsprechend gross war die Nachfrage nach News und Geschichten aus dem Schweizer U21-Camp. Die nationalen Medien betrieben einen Aufwand, wie er sonst nur bei Kampagnen der A-Nationalmannschaft üblich ist. Der Reporter vor Ort bestritt ein Marathon-Pensum. Durch den Zusatzservice «O-Töne» – die Sportinformation belieferte Radiokunden einmal pro Tag mit Stimmen der Beteiligten – intensivierte sich das Programm erheblich: Zwölfstündige Arbeitseinsätze sind an solchen Top-Events für den Si-Reporter eher die Regel als die Ausnahme.
Bei mehrwöchigen Reportagen ist vieles, aber nie alles planbar. Fix sind an sich nur die Daten und Anspielzeiten der Partien. Alles andere variiert ständig. Trainingszeiten ändern, die Medienkonferenzen werden manchmal kurzfristig verschoben oder verlegt. Interview-Anfragen werden nicht immer erfüllt. Immer wieder ändern auch die Arbeitsbedingungen: Ab und an fällt das Funknetz aus, was zu erheblichen technischen Komplikationen führen kann.
Aus der journalistischen Optik betrachtet, sind speziell an einem EM-Turnier diverse Herausforderungen zu bewältigen. Die Online-Plattformen funktionieren mit einer anderen Agenda als die Print-Medien – eine gute Vernetzung und die Qualität, unter Druck die Richtungswechsel im Themenbereich frühzeitig zu erkennen, sind massgebende Faktoren.
Eine Eigenschaft hingegen ist von höchster Bedeutung: die Flexibilität. Dazu ein Beispiel. Gleich am ersten Tag wurde dem Autor dieser Zeilen der Laptop entwendet – in der «gesicherten» Medienzone der Tribüne. Innerhalb von 48 Stunden galt es einen Ersatz zu organisieren. Gleichzeitig musste die weitere Text-Produktion gewährleistet werden. Eine EM ist nur schon deshalb in jeder Beziehung eine Bewährungsprobe – selbst auf U21-Ebene.
Sven Schoch, Redaktor Sportinformation Zürich

