Das Turnier, bei dem man nur selten schläft
Es war ein simpler Avis an unsere Kunden: «Der Beginn der Partie beim US Open zwischen Roger Federer und Tommy Robredo verzögert sich wegen Regens. Wir berichten im Dienst vom Dienstag.» Während die Redaktionen in der Schweiz nun wussten, dass sie den für die Federer-Berichterstattung vorgesehenen Platz freigeben konnten, respektive anderweitig besetzen mussten, begann vor Ort das grosse Warten.
Das Warten auf das Ende des Regens, das Warten auf die Bekanntgabe des revidierten Spielplans samt Verlegung der Partie vom grössten auf den zweitgrössten Platz und schliesslich das Warten auf die Steigerung des 17-fachen Grand-Slam-Siegers. Diese kam für einmal nicht und es war Lokalzeit, als das US Open eine seiner wohl grössten Sensationen der Neuzeit hatte. Zur selben Zeit, in der Schweiz war es mittlerweile nach 2 Uhr in der Nacht, begann für den Reporter die Informationslieferung an die verschiedenen Kanäle. Vormeldung, Sport 164 Audio auf Deutsch und Italienisch sowie als SMS, Online und der Radiokundendienst Live und Kompakt sind die Gefässe, die es in einer solchen Situation jeweils möglichst schnell und präzis «abzufüllen» gilt.
Kaum waren alle diese Vorgänge erledigt, erschien Roger Federer zur Pressekonferenz und gab Auskunft. Seine Statements auf Schweizerdeutsch wurden dann via FTP-Server über den Ozean transportiert, so dass sie sämtliche Radiokunden zeitnah in den Frühnachrichten verwenden konnten.
Nun, nach knapp 12 Stunden vor Ort im Stadtteil Queens, ging es per Shuttlebus wie jeden Tag zurück nach Manhattan. Nach knapp halbstündiger Fahrt und einem kurzen Besuch im 24-Stunden-Shop zwecks Erfüllung der gastronomischen Grundbedürfnisse wurde im Hotelzimmer weitergearbeitet. Haupttext, Zweitstoff und Kommentar forderten weitere dreieinhalb Stunden Konzentration, so dass die Kollegen in den Redaktionsstuben bei Dienstantritt bereits genügend Material vorfanden.
Nicht jeder Tag bei einem Grand-Slam-Turnier verläuft ganz so arbeitsintensiv. Von der Belastung her ist aber das US Open wohl das Anstrengendste der vier grossen Tennisturniere und dies nicht nur, weil (heuer erstmals) 15 Tage ohne Pause durchgespielt wird. Die sechs Stunden Zeitverschiebung hängen stets über dem Schreibenden wie ein unsichtbares Damoklesschwert. Bei Spielbeginn um 11 Uhr Ortszeit ist es in der Schweiz bereits 17 Uhr und oft laufen relevante Partien dann mitten in die Deadline hinein. Nach 23 Uhr Schweizer Zeit ist zwar die Aktualität beendet, gerade Online-Dienste zwingen aber auch anschliessend zu grosser Präsenz.
In leichter Adaptation des Mottos der Stadt ist das US Open auch für den Agentur-Journalisten «das Turnier, bei dem er nur selten schläft». Aber doch etwas mehr als in der Nacht, in der ihm die Federer-Niederlage buchstäblich den Schlaf raubte. Um 04.50 Lokalzeit, eine knappe halbe Stunde nach endlich beendetem Nachtwerk, ertönte das Telefon. Ein Lokalradio bat um ein Interview zu den Gründen für das vorzeitige Aus...
Marco Keller, Sportinformation
Es war ein simpler Avis an unsere Kunden: «Der Beginn der Partie beim US Open zwischen Roger Federer und Tommy Robredo verzögert sich wegen Regens. Wir berichten im Dienst vom Dienstag.» Während die Redaktionen in der Schweiz nun wussten, dass sie den für die Federer-Berichterstattung vorgesehenen Platz freigeben konnten, respektive anderweitig besetzen mussten, begann vor Ort das grosse Warten.
Das Warten auf das Ende des Regens, das Warten auf die Bekanntgabe des revidierten Spielplans samt Verlegung der Partie vom grössten auf den zweitgrössten Platz und schliesslich das Warten auf die Steigerung des 17-fachen Grand-Slam-Siegers. Diese kam für einmal nicht und es war Lokalzeit, als das US Open eine seiner wohl grössten Sensationen der Neuzeit hatte. Zur selben Zeit, in der Schweiz war es mittlerweile nach 2 Uhr in der Nacht, begann für den Reporter die Informationslieferung an die verschiedenen Kanäle. Vormeldung, Sport 164 Audio auf Deutsch und Italienisch sowie als SMS, Online und der Radiokundendienst Live und Kompakt sind die Gefässe, die es in einer solchen Situation jeweils möglichst schnell und präzis «abzufüllen» gilt.
Kaum waren alle diese Vorgänge erledigt, erschien Roger Federer zur Pressekonferenz und gab Auskunft. Seine Statements auf Schweizerdeutsch wurden dann via FTP-Server über den Ozean transportiert, so dass sie sämtliche Radiokunden zeitnah in den Frühnachrichten verwenden konnten.
Nun, nach knapp 12 Stunden vor Ort im Stadtteil Queens, ging es per Shuttlebus wie jeden Tag zurück nach Manhattan. Nach knapp halbstündiger Fahrt und einem kurzen Besuch im 24-Stunden-Shop zwecks Erfüllung der gastronomischen Grundbedürfnisse wurde im Hotelzimmer weitergearbeitet. Haupttext, Zweitstoff und Kommentar forderten weitere dreieinhalb Stunden Konzentration, so dass die Kollegen in den Redaktionsstuben bei Dienstantritt bereits genügend Material vorfanden.
Nicht jeder Tag bei einem Grand-Slam-Turnier verläuft ganz so arbeitsintensiv. Von der Belastung her ist aber das US Open wohl das Anstrengendste der vier grossen Tennisturniere und dies nicht nur, weil (heuer erstmals) 15 Tage ohne Pause durchgespielt wird. Die sechs Stunden Zeitverschiebung hängen stets über dem Schreibenden wie ein unsichtbares Damoklesschwert. Bei Spielbeginn um 11 Uhr Ortszeit ist es in der Schweiz bereits 17 Uhr und oft laufen relevante Partien dann mitten in die Deadline hinein. Nach 23 Uhr Schweizer Zeit ist zwar die Aktualität beendet, gerade Online-Dienste zwingen aber auch anschliessend zu grosser Präsenz.
In leichter Adaptation des Mottos der Stadt ist das US Open auch für den Agentur-Journalisten «das Turnier, bei dem er nur selten schläft». Aber doch etwas mehr als in der Nacht, in der ihm die Federer-Niederlage buchstäblich den Schlaf raubte. Um 04.50 Lokalzeit, eine knappe halbe Stunde nach endlich beendetem Nachtwerk, ertönte das Telefon. Ein Lokalradio bat um ein Interview zu den Gründen für das vorzeitige Aus...
Marco Keller, Sportinformation


