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Ausgabe Nr. 0 / 06-2014
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sda Nachrichten

Die neue Inlandchefin: Nicole Meier (41)
Schawinski würde als Erstes fragen: Wer sind Sie?

Ich bin ein Mensch, der sich für fast alles interessiert. Ich bin sehr neugierig und habe bisher in meinem Leben das angepackt, was mich begeisterte, auch wenn es wenig opportun oder unkonventionell schien.

Warum Journalismus?
Die Kombination macht den Reiz aus: die Recherche, die Arbeit am Text, die Themenvielfalt, die staatspolitische Aufgabe. Der Beruf ist auch ein Vorwand, überall hinein- und dahinterzuschauen und Fragen zu stellen – auch unangenehme.

Sind Sie immer im Journalismus geblieben?
Nein. Ich habe nicht einmal im Journalismus angefangen. Meine Erstausbildung nach der Kantonsschule war eine landwirtschaftliche. Ich bin diplomierte Landwirtin, habe Melken, Traktorfahren und vieles mehr gelernt. Das MAZ war meine Zweitausbildung. Im Rahmen der Medien-Stages, die das MAZ mit der Deza anbietet, konnte ich zudem zwei Monate zu einer englischsprachigen Zeitung in Bangladesch. Das war in jeder Hinsicht überwältigend und hat mich auf den Geschmack gebracht, im Ausland zu arbeiten. Nach sieben Jahren beim Winterthurer «Stadtblatt» selig war ich deshalb ein Jahr als Menschenrechtsbeobachterin im indonesischen Teil von Papua.

Und weshalb sind Sie zurück in den Journalismus?
Weil meine Fähigkeiten hier besser zum Tragen kommen als in der internationalen Zusammenarbeit. Ich war zunächst zwei Jahre im ersten Bund der «SonntagsZeitung» und arbeite nun seit gut vier Jahren bei der sda - im Inland und hin und wieder im Bundeshaus.

Was reizt Sie daran, die Inlandredaktion zu leiten?
Nach meiner Zeit als «Stadtblatt»-Chefin war für mich klar, dass ich wieder eine Führungsfunktion übernehmen will, wenn sich die Chance dazu bietet. Dieser Zeitpunkt ist nun gekommen. Ich freue mich darauf, mehr Verantwortung zu tragen, publizistisch mehr Einfluss zu nehmen und mit einem motivierten Team unser Angebot weiterzuentwickeln.

Was wollen Sie anders machen?
Ich muss das Rad nicht neu erfinden. Meine Vorgängerin Theodora Peter hat hervorragende Arbeit geleistet, und sie übergibt mir eine gut organisierte Redaktion. Mir ist die Ausrichtung auf die Bedürfnisse unserer Kunden sehr wichtig. Wir sind die einzige Nachrichtenagentur in der Schweiz, das ist grosse Verantwortung. Es ist wichtig, dass wir in den grossen und populären Themen federführend sind und gute Geschichten bringen. Dennoch dürfen wir nicht jedem Hype hinterherjagen. Das ist eine Gratwanderung. Die Glaubwürdigkeit ist das Kapital der Agentur.

Nicole Meier, Ressortleiterin Inland (ab Oktober 2013)