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Ausgabe Nr. 63 / 12-2013
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Ausblick Anlagejahr 2014: Weiter aufwärts, aber in langsameren Tempo

Der Ausblick auf das Aktienjahr 2014 scheint vielversprechend. Trotz der zahlreichen Risiken, auf welche die Finanzwelt hinweist und mit denen sie sich auseinandersetzen muss, zeigt sich eine breite Mehrheit von Finanzhäusern, Ökonomen und Analysten einig darin, dass es für die Aktien im kommenden Jahr weiter nach oben gehen sollte; und dies auch trotz der seit dem dritten Quartal 2011 und damit über zwei Jahre andauernden Hausse.

Die aktuelle «Jahresendkorrektur», welche den SMI in den vergangenen rund drei Wochen um über 350 Punkte nach unten gedrückt hat, könnte zwar nach Meinung vieler Börsianer kurzfristig noch etwas weiter gehen. Dies würde aber die Erwartung insgesamt weiter steigender Aktienkurse eher noch stützen als widerlegen.

Nach dem starken Jahr 2013 mit Zuwächsen amerikanischer und wichtiger europäischer Aktienmärkte zwischen 10 und 20% und des Nasdaq von über 30% dürfte sich die Wachstumskurve aber abflachen. In der Schweiz verzeichnet der Bluechip-Index SMI Mitte Dezember ein Jahresplus von rund 17% und der breite SPI gar ein solches von rund 21%, dies nachdem die beiden Indizes bereits im Jahr 2012 um 15, bzw. 18% zugelegt hatten.

Die Aktien dürften also trotz der starken Entwicklung der vergangenen beiden Jahre weiter steigen, wenn auch in langsamerem Tempo, so lautet zumindest die Meinung der grossen Mehrheit der Marktbeobachter: «Die Bäume wachsen, aber nicht in den Himmel», heisst es beispielsweise im Kapitalmarktausblick 2014 des Bereichs Asset & Wealth Management der Deutschen Bank (DeAWM). Die Weltwirtschaft sei auf einem guten Weg, deshalb sollte 2014 zu einem soliden Jahr für die Investoren an den internationalen Finanzmärkten werden, schreibt DeAWM.

Die Zürcher Kantonalbank sieht die Bewertung der Schweizer Aktien nach Kurs-Gewinn-Verhältnis als leicht überdurchschnittlich an, wie es in ihrem Jahresausblick 2014 heisst. Vor dem Hintergrund der tiefen Zinsen seien Aktien im Vergleich mit Obligationen aber noch immer moderat bewertet. Die ZKB verweist weiter auf die starke Wirtschaft in der Schweiz und im wichtigen Exportmarkt Deutschland sowie auf die weiter verbesserte Bilanzqualität oder das hohe Ausschüttungs-Substrat.

Ganz allgemein wird davon ausgegangen, dass sich die Weltkonjunktur 2014 weiter erholen wird. In den USA dürfte sich gemäss den Prognosen das Wirtschaftswachstum weiter beschleunigen, wofür beispielsweise die laufende Reindustrialisierung spricht oder die - trotz der bevorstehenden Drosselung der Anleihenkäufe durch die amerikanische Notenbank - weiterhin expansive Geldpolitik.

Um das «Sorgenkind» Europa wird wohl keine grosse Euphorie ausbrechen, die Erholung auf tiefem Niveau sollte sich aber fortsetzen, so dass auch von hier positive Impulse kommen könnten.

Und auch für die Schwellenländer sehen die Ökonomen nach der kleinen Delle im auslaufenden Jahr wieder eine Erholung. UBS Wealth Management beispielsweise sieht gemäss dem CIO-Ausblick für die Entwicklungsmärkte eine Beschleunigung des BIP-Wachstums auf 5 von 4,5%. Die ZKB prognostiziert eine Stabilisierung in den Schwellenländer; ausserdem fasse China tritt und werde reformfreudiger.

Die Bank Julius Bär hebt in diesem Zusammenhang die sich wieder annähernden Wachstumsraten in den Industrie- und den Wachstumsmärkten hervor und propagiert für das Jahr 2014 «recoupling» zum Schlüsselwort. Nach der Entkoppelung der Wirtschaften der USA und von Europa von denjenigen in den Entwicklungsmärkten in den vergangenen Jahren, dürfte sich die Weltwirtschaft im kommenden Jahr wieder mehr synchronisieren, schreibt Christian Gattiker, Head of Research bei Julius Bär, in seinem Ausblick auf das Jahr 2014.

Charlie Fehrenbach, awp