
Interview in der Strandbar: Schweizer Journalisten befragen am WM-spielfreien Tag den Fussball-Nationalspieler Ricardo Rodriguez (Bild: KEYSTONE)
Die rasante technologische Entwicklung der letzten Jahre hat das Anforderungsprofil für Journalisten nachhaltig verändert. Selbstredend gilt dies auch für die Redaktoren der Sportinformation. Mit dem Verfassen von Artikeln für die Zeitungen ist es längst nicht mehr getan. Zunehmend werden Agenturen an ihrem Online-Output gemessen.
Durch Smartphones und andere mobile Endgeräte haben Menschen längst die Möglichkeit, sich überall und jederzeit über das Sportgeschehen zu informieren. Statistische Erhebungen haben ergeben, dass User im Schnitt täglich 85 Mal ihr Smartphone betätigen. Ein erheblicher Teil davon gilt der Informationsbeschaffung. Diesem Fakt trägt die Sportinformation insofern Rechnung, als dass sie ihr Online-Angebot laufend auszubauen versucht.
Die aktuelle Berichterstattung, deren redaktionelle Aufbereitung sich - wann immer möglich - vom Basisdienst unterscheidet, gehört ebenso dazu wie das Rechnen und Generieren von Resultaten und Tabellen für die Online-Portale. Ein Blick auf die Statistik zeigt die zunehmende Bedeutung der Berichterstattung in diesem Sektor. Die Zahlen der gesendeten Online-Meldungen stieg in den letzten drei Jahren von 9013 (5547 deutsch/3466 französisch) auf 9565 (5666/3899), im letzten Jahr waren es 10'408 Files (6214/4194). Den Umsatz mit ihren Online-Produkten vermochte die Si in den letzten fünf Jahren um knapp 400'000.- auf mehr als 1,5 Millionen Franken zu steigern.
Ein von der Kundschaft geschätzter Bestandteil der Online-Berichterstattung sind Zusatzstoffe von grossen Anlässen wie Olympischen Spielen, Fussball-WM oder -EM, Ski-WM oder bei Ereignissen mit bekannten Sportlern (Comeback von Simon Ammann, Pressekonferenz von Lara Gut etc.). Auch im Nachgang zu wichtigen Europacup-Spielen verfasst der jeweilige Redaktor künftig noch in der gleichen Nacht einen Zweitbericht mit Stimmen der Beteiligten zum Spiel. Die vorher in der Mixed Zone mit dem Mikrofon aufgenommenen O-Töne für die Radiostationen erweisen sich dadurch ein zweites Mal als nützlich.
Besonders bei Anlässen mit Zeitverschiebungen von mehreren Stunden wie der Fussball-WM 2014 in Brasilien oder der diesjährigen Ski-WM in den USA hat sich die erwähnte Arbeitsweise bereits etabliert. Das Feedback der Redaktionen war positiv, durch die separaten Artikel für die Online-Kundschaft erhalten die Verlagshäuser, die in ihren Print-Ausgaben immer weniger Platz für den Sport zur Verfügung stellen, auf einer alternativen Plattform zusätzliche Informationen und Hintergründe zum aktuellen Geschehen. Von zunehmender Wichtigkeit sind in der wirtschaftlich herausfordernden Zeit sportartenspezifische Kunden wie transfermarkt.ch geworden, die von der Marketingabteilung der Si an Bord geholt werden konnten.
Stefan Baumgartner, Stv. Chefredaktor Sportinformation
