An Aktien geht 2015 kein Weg vorbei
Schaut man sich die Ausblicke für 2015 an, so kristallisiert sich eine Nachricht ganz klar heraus: An Aktien führt auch im kommenden Jahr kein Weg vorbei. Darin sind sich die Experten einig. Gerade in einer Nullzinswelt mit einem anhaltenden Anlagenotstand werden Anleger auch weiter gezwungen sein, nach Wachstumsthemen zu suchen.
«Der Anlagenotstand entwickelt irgendwann eine regelrechte Eigendynamik. Es wird immer schwerer, gutes und renditeträchtiges Material zu finden», gesteht Caroline Hilb Paraskevopoulos, Leiterin Anlagestrategie bei der St. Galler Kantonalbank, beim Jahresausblick 2015 ein.
In diesem Umfeld räumen die Anlageexperten Aktien auch künftig die besten Renditechancen ein. Dabei fällt die erste Wahl der zahlreichen Strategen auf die USA. Das ist auch kein Wunder. Der weltgrössten Volkswirtschaft schreiben die Ökonomen für 2015 eine Lokomotiv-Funktion für das weltweite Wachstum zu.
Da stört es denn auch nicht, dass die Bewertungen der Aktien nicht mehr günstig sind. Denn das Gewinnwachstum dürfte ausreichen, um für positive Renditen zu sorgen, heisst es etwa bei der UBS.
Schweiz sollte besser als Europa abschneiden
Mit Blick auf die Schweiz werden die Kommentare schon etwas vorsichtiger. Mit die zuversichtlichsten Töne schlägt man bei Julius Bär an: «Die Schweiz und mit ihr Schweizer Anlagen sollten besser abschneiden» als Europa, hiess es jüngst beim Kapitalmarktausblick für das Jahr 2015. Der Chefstratege der Privatbank, Christian Gattiker, malt dem Schweizer SMI-Index denn auch die besten Chancen im kommenden Jahr aus. Wirtschaftlich sollte die Schweiz im kommenden Jahr irgendwo zwischen den USA und Europa beim Wachstum liegen. Innerhalb Europas zählt sie ohne Frage zu den Lichtblicken, lautet das Credo der meisten Experten.
Insgesamt sehen Gattiker und sein Kollege Janwillem Acket, Chefökonom bei Bär, die weltweiten Finanzmärkte im kommenden Jahr durch Divergenz gekennzeichnet. Dabei unterscheiden die beiden Experten zwischen jenen Ländern, die wachsen und jenen, die weiter zu kämpfen haben. Ebenso dürfte die Zinspolitik im kommenden Jahr die Welt in zwei Lager spalten: Auf der einen Seite die USA und Grossbritannien mit voraussichtlich steigenden Zinsen. Auf der anderen Seite Europa, Japan und auch die Schweiz mit den anhaltend niedrigen Zinsen.
Julius Bär: Gesundheitsmarkt ist Thema der Zukunft
Auf welche Pferde sollten Investoren in einem solchen Umfeld dann setzen? Für die Experten von Julius Bär ist etwa der Gesundheitsmarkt ein mögliches Thema 2015 und darüber hinaus. Sie nennen ihn den attraktivsten defensiven Sektor weltweit. Nach Jahren der Überbewertung, fehlender Produktpipelines und Gesundheitsreformen scheine ein neuer langfristiger Zyklus eingeleitet.
Zudem stehen Dividendentitel bei den Experten hoch im Kurs. Sowohl bei der Credit Suisse als auch Julius Bär empfehlen die Strategen, diesen Ansatz zu wählen. Bei Julius Bär spricht man von «Dividendenaristokraten». Die Credit Suisse sieht das Aufwärtspotenzial des hiesigen Marktes allerdings wegen der eher defensiven Aufstellung begrenzt.
Anlagestrategien ziehen Zykliker vor
Bei der UBS empfiehlt der Chefökonom für die Schweiz, Daniel Kalt, hierzulande vor allem auf starke Dividendentitel zu setzen. Dem stimmt sein Kollege Höfert zu, äussert aber zugleich einen gewissen Vorbehalt gegen defensive Branchen. Sein Haus werde 2015 eher zyklische Branchen wie Finanzen und Industrie übergewichten. Als Grund nennt er die niedrigen Bewertungen. Dagegen sollten defensive Branchen wie Telekom untergewichtet werden. Hier seien die Bewertungen nämlich bereits sehr hoch. Diese Bewertungslücke sieht er auch als Haupttreiber. Bei der St. Galler Kantonalbank rät man mit Blick auf das kommende Jahr auch verstärkt in Technologie- und Finanztitel zu investieren. Gerade bei den Unternehmen aus der Finanzbranche seien viele negative Nachrichten bereits in die Kurse eingearbeitet und die Dividendenrenditen attraktiv, sagte der Chief Investment Officer, Thomas Stucki, bei der jüngsten Medienpräsentation.
Stellte man laut Andreas Höfert, Chefökonom in der Vermögensverwaltung bei der UBS, ein Musterdepot für einen hiesigen Kunden zusammen, sollte es zu 17% aus Schweizer Aktien bestehen, zu 13% aus US-Papieren und jeweils zu 3-4% aus europäischen Titeln und aus den Schwellenländern. Bei der St. Galler Kantonalbank rät man zu einer ähnlichen Gewichtung: Die Hälfte des Portfolios sollte in Aktien stecken und dabei der Löwenanteil auf die Schweiz entfallen (40%), gefolgt von den USA (30%) und Europa (14%).
Henrietta Rumberger, AWP
Schaut man sich die Ausblicke für 2015 an, so kristallisiert sich eine Nachricht ganz klar heraus: An Aktien führt auch im kommenden Jahr kein Weg vorbei. Darin sind sich die Experten einig. Gerade in einer Nullzinswelt mit einem anhaltenden Anlagenotstand werden Anleger auch weiter gezwungen sein, nach Wachstumsthemen zu suchen.
«Der Anlagenotstand entwickelt irgendwann eine regelrechte Eigendynamik. Es wird immer schwerer, gutes und renditeträchtiges Material zu finden», gesteht Caroline Hilb Paraskevopoulos, Leiterin Anlagestrategie bei der St. Galler Kantonalbank, beim Jahresausblick 2015 ein.
In diesem Umfeld räumen die Anlageexperten Aktien auch künftig die besten Renditechancen ein. Dabei fällt die erste Wahl der zahlreichen Strategen auf die USA. Das ist auch kein Wunder. Der weltgrössten Volkswirtschaft schreiben die Ökonomen für 2015 eine Lokomotiv-Funktion für das weltweite Wachstum zu.
Da stört es denn auch nicht, dass die Bewertungen der Aktien nicht mehr günstig sind. Denn das Gewinnwachstum dürfte ausreichen, um für positive Renditen zu sorgen, heisst es etwa bei der UBS.
Schweiz sollte besser als Europa abschneiden
Mit Blick auf die Schweiz werden die Kommentare schon etwas vorsichtiger. Mit die zuversichtlichsten Töne schlägt man bei Julius Bär an: «Die Schweiz und mit ihr Schweizer Anlagen sollten besser abschneiden» als Europa, hiess es jüngst beim Kapitalmarktausblick für das Jahr 2015. Der Chefstratege der Privatbank, Christian Gattiker, malt dem Schweizer SMI-Index denn auch die besten Chancen im kommenden Jahr aus. Wirtschaftlich sollte die Schweiz im kommenden Jahr irgendwo zwischen den USA und Europa beim Wachstum liegen. Innerhalb Europas zählt sie ohne Frage zu den Lichtblicken, lautet das Credo der meisten Experten.
Insgesamt sehen Gattiker und sein Kollege Janwillem Acket, Chefökonom bei Bär, die weltweiten Finanzmärkte im kommenden Jahr durch Divergenz gekennzeichnet. Dabei unterscheiden die beiden Experten zwischen jenen Ländern, die wachsen und jenen, die weiter zu kämpfen haben. Ebenso dürfte die Zinspolitik im kommenden Jahr die Welt in zwei Lager spalten: Auf der einen Seite die USA und Grossbritannien mit voraussichtlich steigenden Zinsen. Auf der anderen Seite Europa, Japan und auch die Schweiz mit den anhaltend niedrigen Zinsen.
Julius Bär: Gesundheitsmarkt ist Thema der Zukunft
Auf welche Pferde sollten Investoren in einem solchen Umfeld dann setzen? Für die Experten von Julius Bär ist etwa der Gesundheitsmarkt ein mögliches Thema 2015 und darüber hinaus. Sie nennen ihn den attraktivsten defensiven Sektor weltweit. Nach Jahren der Überbewertung, fehlender Produktpipelines und Gesundheitsreformen scheine ein neuer langfristiger Zyklus eingeleitet.
Zudem stehen Dividendentitel bei den Experten hoch im Kurs. Sowohl bei der Credit Suisse als auch Julius Bär empfehlen die Strategen, diesen Ansatz zu wählen. Bei Julius Bär spricht man von «Dividendenaristokraten». Die Credit Suisse sieht das Aufwärtspotenzial des hiesigen Marktes allerdings wegen der eher defensiven Aufstellung begrenzt.
Anlagestrategien ziehen Zykliker vor
Bei der UBS empfiehlt der Chefökonom für die Schweiz, Daniel Kalt, hierzulande vor allem auf starke Dividendentitel zu setzen. Dem stimmt sein Kollege Höfert zu, äussert aber zugleich einen gewissen Vorbehalt gegen defensive Branchen. Sein Haus werde 2015 eher zyklische Branchen wie Finanzen und Industrie übergewichten. Als Grund nennt er die niedrigen Bewertungen. Dagegen sollten defensive Branchen wie Telekom untergewichtet werden. Hier seien die Bewertungen nämlich bereits sehr hoch. Diese Bewertungslücke sieht er auch als Haupttreiber. Bei der St. Galler Kantonalbank rät man mit Blick auf das kommende Jahr auch verstärkt in Technologie- und Finanztitel zu investieren. Gerade bei den Unternehmen aus der Finanzbranche seien viele negative Nachrichten bereits in die Kurse eingearbeitet und die Dividendenrenditen attraktiv, sagte der Chief Investment Officer, Thomas Stucki, bei der jüngsten Medienpräsentation.
Stellte man laut Andreas Höfert, Chefökonom in der Vermögensverwaltung bei der UBS, ein Musterdepot für einen hiesigen Kunden zusammen, sollte es zu 17% aus Schweizer Aktien bestehen, zu 13% aus US-Papieren und jeweils zu 3-4% aus europäischen Titeln und aus den Schwellenländern. Bei der St. Galler Kantonalbank rät man zu einer ähnlichen Gewichtung: Die Hälfte des Portfolios sollte in Aktien stecken und dabei der Löwenanteil auf die Schweiz entfallen (40%), gefolgt von den USA (30%) und Europa (14%).
Henrietta Rumberger, AWP
