
Der Bildhauer stellt in seinem Pariser Atelier sein jüngstes Werk vor. Zu sehen ist dort «eine vor vier Jahrhunderten gestorbene junge Frau, die gerade ein letztes Vergnügen verpasst hat». Zwei Eier liegen auf einer Platte, für die die Frau so geschwärmt hat.
Die Skulptur des Künstlers Jean-Louis Faure fand zunächst in der französischen Botschaft in Bern ihren Platz. Das Werk mit dem Titel «Die erste lautschriftliche Aufnahme der Welt» war dort seit dem 1. Oktober 2013 ausgestellt. Geplant war jedoch von Anfang an, die Skulptur nur temporär in der Botschaft zu platzieren. Eigentlich hätte das Kunstwerk die Schweiz am 1. Juli 2014 verlassen sollen. So jedenfalls stand es im offiziellen Dokument der Eidg. Zollverwaltung.
Es sollte anders kommen. Faure setzte sich hartnäckig dafür ein, dass das Werk in der Schweiz blieb, war es doch dem ehemaligen Nachrichtensprecher René Payot gewidmet. Unterstützung erhielt Faure vom Waadtländer Journalisten und Schriftsteller Charles-Henri Favrod, einem grosser Freund Faures. Nach längerer Suche waren sich alle Beteiligten schliesslich einig, wo die Skulptur neu ihren festen Platz finden sollte – bei der sda. Das war im Juli 2015.
Der Weg durch die administrativen Mühlen stand jedoch erst am Anfang. Es sollten noch viele Monate und das beherzte Engagement des französischen Botschafters René Roudaut nötig sein, damit das Werk am neuen Bestimmungsort ankommen sollte. Schliesslich gab es doch noch ein Happy End. Die Skulptur konnte im letzten April von der französischen Botschaft an die Länggassstrasse 7 transportiert werden, dem Hauptsitz der sda.
Béat Grossenbacher, stv. Chefredaktor
