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Ausgabe Nr. 79 / 12-2017
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AWP

Steigen die Aktienmärkte erneut im 2018 von einem Rekord zum nächsten?
Der Aufwärtstrend der Finanzmärkte dürfte sich auch 2018 fortsetzen

Feste soll man feiern, wie sie fallen. Das könnte das Börsenmotto für 2017 gewesen sein. Mit nur wenigen Unterbrechungen haben sich die Aktienmärkte von einem Rekord zum nächsten bewegt. Ein Trend, den sich angesichts der Ausgangslage zu Beginn des Jahres wohl keiner zu träumen gewagt hatte. Für 2018 stehen die Zeichen derzeit gut, dass es weiter nach oben geht. Zumindest zunächst.

Es werde im kommenden Jahr zwar schwer sein, 2017 zu toppen, hält Michael Strobaek, Global Chief Investment Officer der Credit Suisse, fest. «Zum Jahreswechsel 2016/17 hatten wir uns aber auch nicht träumen lassen, dass wir eine solche Entwicklung an den Finanzmärkten zu sehen bekommen.» Damals standen diverse Risiken als Unsicherheitsfaktoren auf der Agenda: Der Beginn der Präsidentschaft von Donald Trump in den USA, die ungewisse Zukunft Grossbritanniens angesichts der noch ausstehenden Brexit-Verhandlungen sowie entscheidende Wahlen in Frankreich und Deutschland.

Am Ende haben Aspekte wie ein anhaltend gutes Wirtschaftswachstum, steigende Unternehmensgewinne und die dauerhaft expansive Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken aber das Marktgeschehen bestimmt und nicht die politischen Risiken. Resultat waren Höchststände der wichtigsten Aktienindizes in den USA oder auch in Europa.

Kurstreiber bleiben dieselben
Genau diese Faktoren sind es, die Experten mit Blick auf 2018 weiterhin als Kurstreiber sehen. Einig ist man sich insbesondere darin, dass die Weltwirtschaft im kommenden Jahr weiterwachsen wird - wenn auch in dem eher moderaten Tempo, das man zuletzt gesehen hat.

Eine zentrale Rolle schreiben die Experten dabei den USA zu. Denn dort ist der aktuell laufende Zyklus noch etwas weiter fortgeschritten als in Europa. So warnt etwa Thomas Stucki, Chief Investment Officer der St. Galler Kantonalbank, davor, dass die USA möglicherweise bereits ab der zweiten Jahreshälfte 2018 die Wiederbelebungsphase hinter sich lassen und in die so genannte Boom-Phase eintreten könnte. «Diese zeichnet sich meist durch steigende Zinsen und fallende Aktiennotierungen aus.» Darauf folgen Abschwung, Rezession und dann langsam erneut die Wiederbelebung.

EZB wird nicht an tiefen Zinsen rütteln
In Europa befindet sich die Wirtschaft dagegen noch klar in der Wiederbelebungsphase. Entsprechend dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) auch vorerst nicht an den Zinsen ändern. Und die Schweizerische Nationalbank (SNB) erst recht nicht, da sie sich nicht vor der EZB bewegen wird, so die einhellige Meinung.

Anders sieht es dagegen bei der US-Notenbank Fed aus. Sie dürfte 2018 die Zinsen weiter anheben. Uneins sind sich die Ökonomen nur, was die Zahl der Schritte betrifft.

Für Investoren dürfte sich zunächst also nicht viel am gegenwärtigen Status quo ändern. Erst im weiteren Jahresverlauf, in Richtung zweiter Jahreshälfte, könnte es dann an den Aktienmärkten etwas unruhiger werden. Wie der SGKB-Experte Stucki prognostiziert, werden die Märkte in der ersten Jahreshälfte das nötige Polster anlegen, das ihnen auch bei einem schwächeren zweiten Halbjahr unter dem Strich zu einer positiven Jahresbilanz verhelfen sollte.

Mit AWP auch 2018 am Puls der Märkte
Egal, ob schliesslich die Konjunktur oder die Entwicklung der Unternehmensgewinne der ausschlaggebende Faktor für die Entwicklung der Finanzmärkte ist, oder aber Notenbankentscheide respektive politische Veränderungen: Im Newsfeed von AWP und den zahlreichen Marktberichten tauchen die entsprechenden Nachrichten nicht nur früh auf, sie werden auch wie gewohnt faktentreu wiedergegeben und in den richtigen Kontext gerückt.

Henrietta Rumberger und Jürg Rüttimann, AWP