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Ausgabe Nr. 79 / 12-2017
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sda Sport

Ralph Stöckli, der Schweizer Chef de Mission für die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang.
Zeitverschiebung als journalistische Herausforderung

Mit den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang steht das erste der zwei ganz grossen Highlights des Sportjahres 2018 neben der Fussball-WM quasi schon vor der Tür. Vom 9. bis 25. Februar werden 102 Medaillensätze in sieben verschiedenen Sportarten und 15 Disziplinen vergeben.

Swiss Olympic dürfte mit der grössten Olympia-Delegation aller Zeiten (rund 200 Sportlerinnen und Sportler) nach Südkorea reisen. Um die Entscheidungen rund um dieses Grossaufgebot mitverfolgen und entsprechend journalistisch begleiten zu können, werden acht Mitglieder der deutschsprachigen und zwei der französischsprachigen Sportredaktion der sda vor Ort über die Ereignisse berichten.

Wie immer gilt es, Emotionen einzufangen, die Leistungen zu analysieren und einzuschätzen, Porträts und Nachzüge zu produzieren und den Kunden eine möglichst breite Palette an Hintergrund-Storys anzubieten. Die Zeitverschiebung von acht Stunden macht die Arbeit der Leute vor Ort zu einer Herausforderung. Alle Wettkämpfe in Pyeongchang werden um spätestens 16 Uhr Schweizer Zeit abgeschlossen sein. Für die Journalisten bedeutet dies, dem einordnenden Element, der Nachbetrachtung und den guten Quotes der Sportler noch mehr Gewicht zu geben als üblich. Denn in Printmedien werden die Artikel erst erscheinen, wenn mancher Wettkampf schon seit 24 Stunden vorbei sein wird.

Für die schnellen Dienste wie Online oder Sport 164 wird das sda-Team in Pyeongchang, das eng mit drei Fotografen und einer Videojournalistin von KEYSTONE vor Ort zusammenarbeiten wird, von den Büro-Crews in Zürich und Lausanne entlastet. Diese werden primär den «Viertaktmotor» (FLASH, Eilmeldung, Übersicht, Zusammenfassung) zum Starten bringen, sprich für rasche Matchberichte, Statistik-Files, Resultate und allgemeine Olympia-News zuständig sein, und den Leute vor Ort dadurch mehr Zeit für ihre Einschätzungen verschaffen. Diese Arbeitsweise hat sich bereits während der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro bewährt.

Die Kunden des Online- und Basisdienstes wurden im November über die «olympische» Arbeitsweise der sda-Sportredaktion informiert. Das umfassende Vorschau-Paket wird vom 22. Januar bis 2. Februar gesendet.

Derweil in Pyeongchang um olympische Medaillen gefahren, geflogen und gespielt wird, steht die Sportwelt nicht still. Unter anderem werden während dieser Periode Runden in den nationalen und internationalen Fussball-Meisterschaften und in der Champions League ausgetragen, dazu treffen die Schweizer Tennis-Frauen in der 1. Runde des Fed Cups auswärts auf Tschechien, in der NHL wird die Meisterschaft ebenso fortgesetzt wie in der NBA. All diesen Aspekten wurde im Dienstplan, der während den zweieinhalb Olympia-Wochen einen 24-Stunden-Betrieb vorsieht, Rechnung getragen.

Stefan Baumgartner, sda Sport