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Ausgabe Nr. 77 / 06-2017
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sda Nachrichten

Sprachen im Kanton Graubünden im Jahr 2000. Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS) www.bfs.admin.ch
Italienischsprachiger Regionaldienst in Chur lanciert

Die sda hat ihre Präsenz in Graubünden verstärkt und in Chur einen italienischsprachigen Regionaldienst lanciert. Mit dem neuen Dienst soll die Berichterstattung über die Region ergänzt werden. Er richtet sich an die Medien von Italienischbünden und wird diesen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ermöglicht wird der Regionaldienst mit Sprachenförderungsgeldern des Bundes und des Kantons Graubünden. Er geht auf einen parlamentarischen Auftrag zurück, wonach der Kanton den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch Förderung der Information zwischen den Sprachgemeinschaften stärken soll. Dieser Auftrag wird mit dem neuen Dienst erfüllt.

Auch die sda will mit ihren Basisdiensten in Deutsch, Französisch und Italienisch seit je den Austausch zwischen den Sprachregionen ermöglichen. Darüber hinaus berichtet sie in den Regionaldiensten, aber auch aus den Regionen für die jeweiligen Regionen. Das tat sie bisher nur in deutscher und französischer Sprache. Mit dem Dienst für Südbünden startet somit gleichzeitig der erste italienischsprachige Regionaldienst.

Produziert wird der «servizio valli italiane» (svi) in der Regionalredaktion der sda in Chur, die damit zweisprachig geworden ist. Eine italienischsprachige Journalistin hat nach Ostern mit dem Aufbau begonnen. Er beinhaltet Meldungen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Die ersten Rückmeldungen waren positiv.

Italienischbünden macht etwa 15 Prozent der Fläche des Kantons Graubünden aus und setzt sich aus den vier Tälern Puschlav, Bergell, Misox und Calanca zusammen. Laut der Internetseite von «Pro Grigioni italiano» leben in Graubünden rund 19'000 italienischsprachige Personen. Dies entspricht einem Zehntel der gesamten Kantonsbevölkerung.

Alessio Togni, Redaktionsleiter Italienisch