Die SDA-Wissenschaftsredaktion hat im Oktober 2008 ihren Dienst aufgenommen. Mit Simon Koechlin (deutsch/Pensum 80 Prozent) und Yves Duc (französisch/Pensum 20 Prozent) konnten zwei erfahrene Redaktoren mit grossem Know-how in der Sparte Wissenschaftsjournalismus für die Stellenbesetzung gewonnen werden.
Die Bilanz nach einem Jahr ist positiv. Schon kurz nach dem Start zeigte sich, dass der Aufbau einer eigenen Wissenschaftsredaktion bei der SDA gute Resonanz bei den Kunden fand. In zahlreichen Fällen gelang gar ein Agenda Setting. So war die Meldung über das stark erhöhte Sterberisiko bei geplanten Kaiserschnitten weltweit auf über 100 Webseiten zu finden. Einige Schweizer Zeitungen, darunter der „Tages-Anzeiger“, machten das Thema zum Frontaufhänger. Ein weiteres Beispiel unter vielen war die Meldung über die Jugendsprache in der Westschweiz, die die Medien in der Romandie praktisch flächendeckend übernahmen. Selbst in der Deutschschweiz nahmen die Medien das Thema breit auf.
Einzelne Redaktoren setzten sich in Blogs und in Tageszeitungen kritisch mit dem Finanzierungsmodell für den SDA-Wissenschaftsdienst auseinander. Die Redaktion wird zu zwei Dritteln von der Konferenz der Schweizer Hochschulen (CRUS) finanziert. Einen Drittel übernimmt die SDA. Die beiden Redaktoren sind von der SDA angestellt. Sie arbeiten auf Basis der redaktionellen Richtlinien der SDA. Die Nachrichtenagentur trägt die redaktionelle Verantwortung.
Die SDA hält die Kritik am Finanzierungsmodell für unberechtigt. Die CRUS und die SDA planen daher, eine professionelle Evaluation des SDA-Wissenschaftsdienstes durchzuführen. Ein externer Wissenschaftler soll diese Evaluation vornehmen. Die Resultate sollen bis spätestens Frühjahr 2010 vorliegen. Auf Basis dieser Evaluation wird dann über das weitere Vorgehen entschieden.
Winfried Kösters, Stv. Chefredaktor Simone Köchlin, Redaktor Wissenschaftsdienst
|