Das mit dem weinenden und dem lachenden Auge ist natürlich Unsinn, aber ungern sage ich Servus, MINDS-CH. Gründe zur leisen Trauer gibt es einige, ich verliere Kunden und Kollegen, mit denen ich meist gut und gern zusammen gearbeitet habe, ich verliere pensionierungshalber eine Stelle, die mir eine Herausforderung war, und ich kann nicht zufrieden sein, mit dem, was ich in den letzten drei Jahren mit MINDS-CH erreicht habe.
Ich bin im November 2006 als Geschäftsleiter angetreten, weil ich der Überzeugung war, dass die Agentur im Mobilgeschäft substantiell Geld verdienen könne und ich in der Lage sei, die Weichen dafür richtig zu stellen. Die Absicht war, MINDS-CH als Ermöglicher für die Medienwelt anzubieten, als verlässlicher Partner, der das Mobilgeschäft für die Schweizer Medienwelt öffnen würde. Dafür lizenzierten wir eine Plattform für SMS- und MMS-Dienste, boten alle gängigen Inhalte zum Wiederverkauf an und investierten zusätzlich in ein leistungsfähiges CMS für Mobile Magazines. Kostenlose Nutzung der Tools und Applikationen, Revenue Sharing lautete unser Vorschlag, akzeptiert wurde das Angebot höchst zögerlich oder gar nicht. Und mit dem Auftauchen des iPhone und dem endgültigen Durchstarten des Mobile Internet und der damit verbundenen Gratis-Philosophie waren die bezahlten Infodienste der Netzbetreiber, die wir diesen liefern durften, obsolet geworden.
Was bringt nun die Zukunft im Mobilbereich? Mobile Internet und Mobile Advertising sind sicher die hauptsächlichen Themen. Ich bin immer noch der Ansicht und stehe damit im Widerspruch zu manchem Medienvertreter, dass Handy und Mobile Internet eigenständige Medien sind und dass dafür massgeschneiderte Inhalte notwendig sind. Das Nutzerverhalten ist nicht vergleichbar, die technischen Voraussetzungen zusätzlich anders. Die Agentur wird auch in Zukunft ihre massgebliche Rolle für die Lieferung von Inhalten für mobile Endgeräte spielen und sie wird „Tailor made content for mobile devices“ liefern. Inhalte fürs Handy sind kein Produkt, das so nebenbei anfällt, sie wollen bewusst und mit Sorgfalt produziert sein. Ein wichtiger Punkt für die Finanzierung von mobilen Infodiensten: Werbung fürs Mobile wird sich schneller durchsetzen, als das bei der Werbung im Internet der Fall war, davon bin ich überzeugt.
Meinerseits kann ich keine Ruhe geben, meine Frau würde dies auch nicht aushalten, ich spiele wohl gerne und leidlich schlecht Golf und werde hoffentlich mehr dazu kommen, aber nur Golf, das kann's nicht sein. Also tue ich mich im schweizerisch-österreichischen Raum als Berater für Mobile Marketing, Mobile Advertising um und schreibe zum Thema im ersten Quartal 2010 auch ein Buch. Weil ich an die mobile Kommunikation glaube, jederzeit und überall, in jeglicher Form – seit nun über 12 Jahren – bleibe ich dabei. Also, danke, servus, uf wiederluege, bis bald, wer mich sucht, der wird mich finden, in Wien, im Wallis, wo auch immer.
Fritz Reust, Geschäftsführer MINDS-CH
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