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Ausgabe Nr. 49 / 06-2010
Ein Blick in die Zukunft der SDA
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2009 – ein Balanceakt
Die Geschäftsleitung der Schweizerischen Depeschenagentur AG blickt auf ein bewegtes Geschäftsjahr 2009 zurück. Zwar zeichnete sich Ende 2008 bereits ab, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise auch die SDA nicht verschonen würde. Aufgrund unseres hohen Anteils von festen Verträgen am Umsatz waren wir jedoch überzeugt, das Jahr 2009 noch ansprechend gut abschliessen zu können. Da sich jedoch die Strukturbereinigung in der Medienlandschaft, insbesondere bei den Gratiszeitungen, unglaublich schnell entwickelte, geriet bereits dieses Geschäftsjahr zu einem Balanceakt.

Der konsolidierte Gesamtumsatz der Gruppe ging um rund CHF 1,6 Mio. zurück. Dies vor allem durch den Abschluss von zwei grösseren Konzernverträgen zu Beginn des laufenden Jahres, die rückwirkend auf 1. Januar 2009 in Kraft gesetzt werden mussten. Der Umsatz mit der Gratiszeitung „.ch“ wurde zwar erfolgswirksam verbucht, musste jedoch nach dem unrühmlichen Ende mit dem Konkurs der Betreibergesellschaft vollständig wertberichtigt werden. Ebenso gingen in der zweiten Jahreshälfte die Umsätze der Gratiszeitungen „Matin Bleu“ und „news“, bedingt durch deren Einstellung, verloren. Erfreulicherweise konnten die Umsätze mit Nichtmedienkunden und im Onlinebereich leicht ausgebaut werden.

Der Betriebsaufwand stieg in der Berichtsperiode um insgesamt rund CHF 2,5 Mio. an. Zwar konnten die Kosten für die Nachrichtenbeschaffung gesenkt und für Übermittlung, Materialaufwand und Raumaufwand wenigstens gehalten werden. Demgegenüber stieg der Personalaufwand um rund CHF 1,2 Mio. gegenüber dem Vorjahr an. Dabei ist zu beachten, dass der Personalaufwand im Vorjahr durch die Auflösung der patronalen Stiftung um rund CHF 1,1 Mio. tiefer angefallen war. Damit beträgt die effektive Zunahme nur gerade rund CHF 0,1 Mio. Der hohe Anstieg des übrigen Betriebsaufwands ist vor allem damit zu erklären, dass in dieser Position die Wertberichtigung von „.ch“, wie oben beschrieben, enthalten ist. Ausserhalb dieses Betrags ist der übrige Betriebsaufwand nahezu stabil geblieben.

Das erwirtschaftete Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rund CHF 1,2 Mio. reicht noch aus, um die Abschreibungen von insgesamt CHF 0,8 Mio. zu decken. Damit konnten wir unser Minimalziel erreichen.

Beim Finanzergebnis ist es uns gelungen, das Ergebnis aus nichtkonsolidierten Beteiligungen erheblich zu verbessern. Diesen Weg wollen wir auch weiterhin beschreiten. Es ist unser erklärtes Ziel, dass der Finanzertrag die Goodwill-Abschreibungen in den nächsten Jahren deutlich übertrifft.

In den betriebsfremden Erträgen sind im Jahr 2009, vorläufig zum letztenmal, Gewinne aus der Veräusserung von Immobilien enthalten. Insgesamt resultiert mit CHF 1,3 Mio. ein um rund CHF 2,3 Mio. tieferes Konzernergebnis vor Steuern.

Beim Ausblick auf das Geschäftsjahr 2010 können wir noch keine Entwarnung geben: Nach wie vor ist die Zurückhaltung auf den Content-Märkten gegenüber unseren Produkten spürbar. Alle Medienkunden haben mit Kostenproblemen zu kämpfen und versuchen, diesen Druck an die Agenturen weiterzugeben. Diese Erkenntnis hat letztendlich auch dazu geführt, dass die Agentur ddp als neue Eigentümerin von AP (Deutschland) und damit auch des Zweigbetriebs AP (Schweiz) zum Schluss gekommen ist, das bisherige Geschäftsmodell in der Schweiz nicht mehr weiterzuführen. Die beiden Agenturen SDA und ddp haben deshalb einen Kooperations- und Lizenzvertrag abgeschlossen mit dem Ziel, den bisherigen Kunden von AP (Schweiz) als Ersatz den SDA-Basisdienst anzubieten.

Trotz dieser Kooperation und rasch eingeleiteter Restrukturierungsmassnahmen wird es gemäss unserer Planung nicht möglich sein, das Geschäftsjahr 2010 mit einem Gewinn abzuschliessen. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung haben im Interesse von Kunden und Mitarbeitenden beschlossen, die Restrukturierung und das damit verbundene Kostensenkungsprogramm so zu gestalten, dass erst Ende 2011 wieder mit einem positiven Ergebnis gerechnet werden kann.

Verwaltungsrat, Geschäftsleitung und Mitarbeitende setzen alles daran, die bisherige hohe Qualität unserer Produkte zu halten. Dort, wo es unumgänglich ist, Veränderungen in der Struktur und dem Volumen der Produkte vorzunehmen, legen wir grossen Wert auf den Einbezug unserer Kunden.

Markus Schwab, Vorsitzender der Geschäftsleitung

 
 

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