Es ist noch nicht viele Jahre her, dass Schweizerinnen und Schweizer zu Abertausenden ihren täglichen Informationsbedarf mit einem Anruf auf die Telefonnummer 164 abdeckten. Für all diejenigen, die sich nicht erst mit der Zeitung des folgenden Tages auf den neusten Stand bringen lassen wollten, gab es vor Internet, WAP, SMS und zuletzt den vielen «Apps» nur gerade Radio und Fernsehen – und eben Sport164. Die Nummer wurde jährlich zwischen fünf und zehn Millionen Mal angewählt – für Fussball- und Eishockeyresultate, Skirennen, Tour de Suisse, Tennis, Toto- und Lottozahlen, Formel 1 und so weiter.
Hat das gute alte 164 heute, wo sich News rasend schnell durch die verschiedensten Kanäle verbreiten, endgültig ausgedient? Ein klares Nein! Für sehr viele Schweizer Sportfans ist es nach wie vor eine ebenso zuverlässige wie beliebte Informationsquelle. Die jährlichen Anrufzahlen (die Bulletins in französischer und italienischer Sprache miteingerechnet) sind zwar deutlich zurückgegangen, bewegen sich jedoch immer noch in siebenstelliger Höhe.
Wie Auswertungen ergeben haben, hängt der erstaunliche Erfolg damit zusammen, dass die Sportinteressierten seit dem 1. März 2007 bei den wichtigsten Ereignissen wie Fussball- und Eishockeyrunden gleichsam live am Ball oder am Puck sind. Seit diesem Datum werden die schriftlichen Sportnews nicht mehr von realen Sprecherinnen und Sprechern in einem Tonstudio gelesen, sondern von einem «Text-to-speech»-Tool automatisch und innerhalb von Sekunden in Sprache umgesetzt.
Den deutschen Part übernimmt Karlheinz. Die für die Aufbereitung der News zuständigen Redaktorinnen und Redaktoren der Sportinformation Zürich gaben der unverkennbar deutschen und nicht schweizerischen Männerstimme alsbald diesen Namen. Karlheinz arbeitet immer, wenn man ihn braucht, nachmittags um 2 ebenso wie nachts um 2. Und er ist spezialisiert auf Livescores. Jede Resultatänderung, jedes Tor in den Stadien und Arenen der Super League respektive der National League A meldet er den Anrufenden umgehend. Das ist für den Sportfan sehr praktisch, beispielsweise in folgender Situation: Unerwarteter Besuch am Sonntagnachmittag, dabei spielt doch gerade der Lieblingsklub der Gastgeberin. Sie will nicht unhöflich sein und schaltet Radio, TV und Laptop aus. Sie verabschiedet sich kurz mal aufs Örtchen – und wählt heimlich und diskret 164.
Seit dem Beginn der Schweizer Fussballsaison 2010/11 Mitte Juli können sich die Fans über 164 sogar noch schneller und umfassender informieren. Auf dem Hauptbulletin meldet Karlheinz ihnen die Live-Spielstände in den einzelnen Partien. Wer erfahren will, wer die Tore geschossen hat, braucht nur die Tasten 1 (Schweizer Fussball) beziehungsweise 3 (Eishockey) zu drücken.
Peter Lerch, Chefredaktor Sportinformation
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