newsletter
Ausgabe Nr. 53 / 06-2011
sda auf Kurs
suchen
print Newsletter drucken
Gérard Tschopp verlässt den Verwaltungsrat der sda nach 11 Jahren
 
Zoom
 
 
sda Nachrichten
Interview mit Gérard Tschopp
Gérard Tschopp, Sie gehörten dem Verwaltungsrat der sda 11 Jahre lang an. Die nationale Nachrichtenagentur und das Medienumfeld haben sich in diesen Jahren stark gewandelt. Was war für Sie die bedeutendste Veränderung?
Drei Aspekte ragen für mich heraus. Da ist zunächst das umfassende Bekenntnis praktisch aller Medien zur nationalen Nachrichtenagentur. Dieses Bekenntnis fusst auf der Überzeugung, dass ein unabhängiger und kompletter Agenturdienst für die Medienbranche unverzichtbar ist. Punkt zwei: die sda hat eine wohlüberlegte Strategie der Diversifikation eingeleitet, die mutig war und sich mittel- bis langfristig auszahlen wird. Ich denke da besonders an den Einstieg bei AWP und bei KEYSTONE. Aber auch die Zusammenarbeit mit der ddp stärkt dauerhaft die Stellung der sda, auch wenn dieser Schritt natürlich zu Diskussionen Anlass gegeben hat. Und schliesslich hat mich immer die Qualität des Kaders und der Mitarbeitenden in diesem mittelgrossen Unternehmen fasziniert. Das wird auch für die Zukunft der sda ein wichtiger Eckpfeiler bleiben.

Der Schweizer Medienmarkt hat in den letzten Jahren grosse Umwälzungen erlebt. Halten Sie als Romand und ehemaliger Direktor des Westschweizer Radios (RSR) die Solidarität zwischen den Sprachregionen als «raison d’être» der sda für gefährdet?
Das Leitbild der sda und die Strategie schreiben das fundamentale Prinzip eines gleichwertigen Dienstes in den drei Landessprachen vor. Dort ist auch festgelegt, dass die sda ihre Dienste zu einheitlichen, nicht diskriminierenden Tarifen anbietet. Die Solidarität zwischen den Sprachen impliziert, dass eine klar begrenzte Quersubventionierung zwischen den Diensten zugelassen wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die sda auf diese Solidarität verzichtet, selbst bei allfälligen Druckversuchen grosser Deutschschweizer Verleger. Und ich frage mich, wie wohl die Eidgenossenschaft oder die SRG eine rein deutschsprachige sda-Redaktion unterstützen könnten. Das setzt natürlich voraus, dass praktisch alle Westschweizer und Tessiner Kunden der sda auch langfristig treu bleiben.

Mit anderen Worten, die sda hat als nationale Nachrichtenagentur eine Zukunft?
Davon bin überzeugt, auch wenn sich die Schweizer Presse weiter grundlegend verändern sollte. Das Bedürfnis nach qualitativ hochwertigen, vollständigen und zuverlässigen Informationen wird nicht verschwinden. In diesem Umfeld bleibt die genossenschaftliche Ausrichtung der sda im Dienste aller Medien das beste ökonomische Modell.

Welche Massnahmen sollte die sda Ihrer Meinung nach zusätzlich ergreifen, um den Fortbestand der sda als nationale Nachrichtenagentur auch künftig sicherzustellen?
Wie schon erwähnt hat das Prinzip der Solidarität zwischen den Sprachregionen für die sda eine zentrale Bedeutung. Das bedingt natürlich auch, dass sich die Medienunternehmen zur sda bekennen. Dieses Bekenntnis ist die genossenschaftliche Seite der AG, der Rechtsform der sda. Nur dieser Grundsatz der Gemeinsamkeit erlaubt es der sda, sich entwickeln und sich den Herausforderungen des Wandels im Medienmarkt stellen zu können. Keine Abstriche sollte die sda bei der Qualität, Form und beim Umfang der Dienste machen. Das schliesst in meinen Augen flexible und modulare Tarife bei Bedarf nicht aus.

Béat Grossenbacher, stv. Chefredaktor sda

 
 

zum Seitenanfang
Inhalt
TOP STORY
sda mit neuem Erscheinungsbild und Dachmarkenstrategie
Die Nachrichtenagentur sda hat sich und ihren Töchtern sda Sportinformation, sda Informatik und sda Vertrieb...
sda Nachrichten
Albert Noth und Gérard Tschopp: Die sda spielt eine wichtige Rolle in der Schweizer Medienbranche
Die sda-Generalversammlung hat am 22. Juni mit Albert Noth und Gérard Tschopp...
Interview mit Albert Noth
Albert Noth, Sie gehörten 17 Jahre lang dem Verwaltungsrat der sda an. Die nationale Nachrichtenagentur und das Medienumfeld haben sich in diesen Jahren stark gewandelt. Was war für Sie die bedeutendste Veränderung?
Interview mit Gérard Tschopp
Gérard Tschopp, Sie gehörten dem Verwaltungsrat der sda 11 Jahre lang an. Die nationale Nachrichtenagentur und das Medienumfeld haben sich in diesen Jahren stark gewandelt. Was war für Sie die bedeutendste Veränderung?
sda blickt auf schwieriges Jahr 2010 zurück
Die Schweizerische Depeschenagentur (sda) blickt auf eines der schwierigsten...
Sportinformation Si
Druck, Richtungswechsel und Flexibilität
Die sda Sportinformation an der U21-EM in Dänemark
news aktuell
Premiere für den ersten Award Social Media
«Welches ist die beste Social-Media-Kampagne des Jahres?» fragen die...
AWP
AWP engagiert sich in der Ausbildung von neuen Journalisten
AWP hat sich in den letzten Jahren als führende Wirtschafts- und Finanznachrichten-Agentur...
KEYSTONE
Wahlen 2011
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die beste Partei im ganzen Land...?...
KURZ UND BÜNDIG
Kurz Berichtet – Lesen Sie hier News aus der SDA-Gruppe.
            macREC