Im 21. Jahrhundert sieht sich ein Sportjournalist, der in einer Nachrichtenagentur wie der Sportinformation Genf arbeitet, täglich mit mannigfachen Anforderungen konfrontiert, die über sein klassisches Handwerk hinausreichen. Es gilt, die unterschiedlichen Dienste zu alimentieren, eine enorme Informationsflut zu verarbeiten, Spiele und Läufe am TV oder am Computer zu verfolgen etc. Die Zeit vergeht sehr schnell in den jüngst renovierten Büros der Si-Redaktion in Genf.
Im Gegensatz zur Sportinformation Zürich, die über mehr personelle Ressourcen verfügt und sich damit in den Sportarten besser spezialisieren kann, sind die Journalisten der Si Genf vermehrt verpflichtet, sich als Generalisten auszuzeichnen. Die Vielseitigkeit ist eine Voraussetzung «sine qua non», damit jemand in der Si Genf überhaupt arbeiten kann.
Jeder Genfer Mitarbeiter hat wohlgemerkt seine bevorzugten Sportarten, um die er sich auch speziell kümmert. Aber alle sind ständig angehalten, Themen aus dem ganzen Spektrum des Sports in Kürze oder auch breit abzuhandeln.
Die Behandlung einer News folgt einem präzis definierten Weg, der «Informationskette». Wenn beispielsweise Michael Albasini aus dem Nichts die 4. Etappe von Paris-Nizza gewinnt, reagiert der Journalist ohne Verzögerung mit einem SMS, gefolgt von einer Erstmeldung für den Basisdienst und einer audiotauglichen Nachricht für den Telefonsportdienst.
Sogleich muss er ein zum Ereignis passendes Bild von Albasini suchen, einen ersten breiteren Text von zwei bis drei Abschnitten verfassen und die beiden Dinge zu einer Meldung für die Kunden des Si-Onlinedienstes zusammenfügen. Er reichert danach den vorhandenen Text mit zusätzlichen Infos für die Basisdienst-Meldung an und kümmert sich um den Resultatdienst. Erst damit sind die verschiedenen Arbeitsgänge beendet. Und schon wartet die nächste Info auf die Verarbeitung…
Laurent Wirz, Redaktionsleiter Sportinformation Genf
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