Rückblende: Zur grossen Überraschung der Märkte hebt die Schweizer Nationalbank am 15. Januar unerwartet den Euro-Mindestkurs auf. Der Franken schnellt daraufhin zu den wichtigsten Weltwährungen in ungeahnte Höhen, der Euro wiederum stürzt ab, an der Schweizer Börse knicken die Aktienkurse scharf ein. Für die Finanzanalyse-Redaktion (FIA) von AWP beginnen die hektischsten Tage des noch jungen Jahres. Buy, Hold, Sell? Was meinten die Analysten nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses? Mit dem Fallenlassen der Untergrenze wurden die meisten Analysten-Einschätzungen zu den Einzeltiteln umgehend Makulatur. Als Folge davon passten Analysten Ratings, Kursziele und Gewinnschätzungen zu Schweizer Aktien an. AWP-Nutzer wiederum konnten in Echtzeit verfolgen, wie die Investment-Profis die Aussichten zu Schweizer Valoren neu interpretierten.
Denn AWP verfügt über einen umfassenden Zugang zu relevanten Analysen zu Schweizer Aktien. Unser Finanzanalyse-Service berichtet tagesaktuell über die relevanten Analysten-Studien zu Schweizer Titeln, die im SPI zusammengefasst sind. Dazu gehören Rating- und Kurszieländerungen sowie laufend aufdatierte Finanzanalyse-Tabellen. Ausblicke auf die Quartalsabschlüsse von SPI-Unternehmen runden das Angebot ab.
Unerreichte Informationstiefe
In der Woche nach dem SNB-Entscheid traf denn auch eine Flut an neuen Analysten-Einschätzungen ein. Allein am Montag, dem 19. Januar, erfasste unsere Finanzanalyse-Redaktion 792 Einträge zu Ratings und Kurszielen von Schweizer Aktien. In den Folgetagen jener Handelswoche waren es börsentäglich deutlich mehr als 200 Meldungen. Zum Vergleich: An einem durchschnittlichen Börsentag publiziert die Finanzanalyse-Redaktion etwa 80 Meldungen.
Um diese Nachrichtenflut zu bewältigen, war die ganze AWP-Redaktion gefordert. Nur mit tatkräftiger Hilfe unserer Redaktionsstudenten und unermüdlichem Mehreinsatz aller Redaktoren konnte diese überaus hohe Nachrichtenmenge bewältigt werden. Dabei galt es auch, sich sorgfältig zu organisieren und stets kühlen Kopf zu bewahren, damit keine Analysten-Anpassung übersehen wurde. Unser Ziel, alle Rating- und Kurszieländerungen schnellstmöglich abzudecken, konnte so letztlich erreicht werden.
Dank unseres FIA-Services waren Anleger betreffend Ein- bzw. Umstufungen von Einzelwerten also stets bestens informiert. Denn die FIA-Redaktion erfasst bei Analystenstudien jeweils neues und altes Kursziel der Aktie inklusive Währung, neues und altes Rating der Aktie, Name des Finanzinstituts und des Analysten, Datum der Analyse sowie EPS- und Dividendenschätzung. Diese Daten wiederum fliessen in die sogenannte AWP-Analyser-Datenbank ein.
Wann immer ein Analyst zu einem Titel ein neues Rating oder ein neues Kursziel herausgibt, fasst die FIA-Redaktion die Studie zusätzlich zu einer Text-Meldung zusammen und liefert somit die Begründung des Analysten zur Neueinstufung des Titels. Werden Rating und Kursziel vom Analysten «bloss» bestätigt, so erfasst die FIA-Redaktion dies in der Analyser-Datenbank. AWP-User erhalten mit dem FIA-Service somit die Basis für kompetente Investitionsentscheidungen.
Unentbehrliche Orientierungshilfe
Die Analyser-Datenbank wertet Aktienanalysen diverser Wertschriftenhäuser strukturiert aus und ermöglicht umfangreiche Visualisierungen sowie die Berechnung von Durchschnittswerten. Konsensschätzungen beispielsweise sind für den Markt eine unentbehrliche Orientierungshilfe. Sie reflektieren die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten bezüglich der Gewinnentwicklung eines Unternehmens, fassen damit die Betrachtungen der Experten zusammen und machen diese für alle transparent.
Die FIA-Redaktion erstellt jedes Jahr rund 400 Ausblicke, deren Kernstück die AWP-Konsensberechnungen sind. Publiziert werden sie jeweils im Vorfeld der Ergebnisveröffentlichungen (Quartalszahlen) eines Unternehmens.
Bedeutung für die Marktteilnehmer erhalten die Ausblicke vor allem durch die grosse Kursrelevanz der Konsensschätzungen. Als Faustregel gilt: Verfehlt ein Unternehmen mit seinem publizierten Zahlenset die Markterwartungen deutlich, taucht der Aktienkurs. Umgekehrt gilt: Werden die Erwartungen übertroffen, dürfen sich die Investoren meist über Kursgewinne freuen.
Thomas Pentsy, AWP
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