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Ausgabe Nr. 39 / 12-2007
Newsletter - Einblick und Ausblick
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Gianluca Olgiati und Crivelli Pablo
 
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Leiter Alessio Togni mit Pablo Crivelli, Elena Vai und Gianluca Olgiati
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Italianità bei der SDA
Die SDA lebt seit Jahr und Tag die Dreisprachigkeit. Wer das Grossraumbüro der nationalen Nachrichtenagentur in Bern durchschreitet, wandelt auf kleiner Fläche von einer Sprache und Kultur zur anderen. Und nicht selten sind Besucher, die die Mehrsprachigkeit nicht täglich erfahren, beeindruckt von der Leichtigkeit, mit der die SDA diese Kultur lebt.

Die italienischsprachige Redaktion ist zwar ein kleines Team. Innerhalb der SDA spielt sie jedoch eine wichtige Rolle, die weit über den rein journalistischen Leistungsauftrag hinausgeht. Dank ihrer Dreisprachigkeit sorgt die SDA für den Informationsaustausch zwischen den verschiedensprachigen Landesteilen der Schweiz. Kontakte und der Austausch zwischen den Zentren und den Randregionen werden dadurch erleichtert.

Manchmal ist zu hören, die Schweizerinnen und Schweizer würden sich untereinander einig, weil sie sich nicht verstünden. Zugleich sind aber auch Stimmen zu hören, die mit Nachdruck darauf hinweisen, die Mehrsprachigkeit sei ein unverzichtbarer Wert für die Kultur der Schweiz. Die Italianità bei der SDA hat vor diesem Hintergrund ohne Zweifel ihre Bedeutung.

Als die Schweizerische Depeschenagentur 1895 ihren Betrieb aufnahm und die ersten Meldungen verbreitete, gab es noch keine italienischsprachige Redaktion. Von Bern aus schickte die SDA-Redaktion jeweils täglich ein einziges Nachrichten-Bulletin nach Lugano, wo der Text übersetzt und dann an die Zeitungen im Tessin verschickt wurde.

Seither hat sich vieles verändert. Derzeit arbeiten in der italienischsprachigen Redaktion 20 Journalistinnen und Journalisten. Die Redaktion hat ihren Sitz in der SDA-Zentrale in Bern, verfolgt mit einem Korrespondenten die Parlamentsdebatten im Bundeshaus und unterhält Regionalbüros in Zürich und Genf. Sie arbeitet eng mit den zwei führenden italienischen Nachrichtenagenturen zusammen und verschickt pro Tag rund 200 Meldungen und Notizen über das SDA-Netz.

Das kleine italienischsprachige Team, das über viel Autonomie innerhalb der SDA verfügt, überrascht die anderen, grösseren Sprachredaktionen nicht selten mit seiner Innovationskraft und seiner Flexibilität. Anders als in der deutsch- und französischsprachigen Redaktion ist das italienischsprachige Team nicht in die traditionellen Ressorts Inland, Ausland, Wirtschaft und Kultur gegliedert. Auch die Online-Redaktion ist direkt in das Team integriert.

Und es gibt weitere Besonderheiten: Jeder Mitarbeitende ist Spezialist in einem Fachgebiet, zugleich jedoch flexibel genug, alle anderen Rollen im Team zu übernehmen. Oft geschieht dies gemäss Dienstplan, je nach Entwicklung der Aktualität auch ad hoc. Der Vergleich – auch wenn er etwas gar weit hergeholt erscheinen mag – mit der holländischen Nationalmannschaft in den 70er Jahren und ihrem totalen Fussball drängt sich hier auf.

Was die Massenmedien als Spiegel der Gesellschaft sind, das ist die SDA für das Bild der Schweiz: mit Blick auf die Inhalte, auf die dezentrale Firmen-Philosophie, auf die Mehrsprachigkeit, auf die Geschichte des Hauses und auf die multikulturelle Struktur. Eine SDA ohne die italienischsprachige Redaktion ist nur denkbar in einer Schweiz ohne Tessiner. Und dieses Szenario ist, zumindest für den Moment, undenkbar.

Alessio Togni, Chef der italienischen Redaktion


 
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