Jacques Morard hat 13 Berggipfel mit Pyrotechnik zum Leuchten gebracht. Er ist Initiator des Schweizer Kunstprojekts «13 Sterne am Gipfel». Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Beitritts zur Schweizerischen Eidgenossenschaft setzte der Walliser Eventmanager seinen Kanton in Szene. Und gewann damit den diesjährigen PR-Bild Award. news aktuell sprach mit ihm über die Entstehungsgeschichte des Projekts und seine besonderen Herausforderungen.
Wie sind Sie zu der Idee der «13 Sterne am Gipfel» gekommen?
Jacques Morard: Diese Idee hat im Januar 2006 begonnen, in meinem Kopf Gestalt anzunehmen. Auf dem internationalen Festival für Heissluftballons in Château d'Oex, bei dem ich für die Show «Night Glow» verantwortlich war, lernte ich den heute leider verstorbenen Berner Lichtkünstler Helmut Kohli kennen. Da Helmut bereits eine ähnliche Lichtshow realisiert hatte, bezogen wir ihn in die Night Glow mit ein. Von diesem Moment an wusste ich, dass ich seine Technik eines Tages für ein sehr grosses Projekt einsetzen würde. Die Gelegenheit hat sich im Jahr 2012 ergeben, als der Kanton Wallis für die Feierlichkeiten zum zweihundertjährigen Jubiläum des Beitritts zur Schweizerischen Eidgenossenschaft eine Projektausschreibung ins Leben gerufen hat. Mit meinem Wohnsitz in Anzère (1500 m Höhe) habe ich das Privileg, jeden Tag das herrliche Panorama der Walliser Alpen bewundern zu können; insbesondere bei Sonnenuntergang, wenn sich die Gipfel mit Licht schmücken. Die Idee ist aus der Beobachtung dieser grossartigen Landschaft entstanden.
Welche Ziele hatten Sie mit diesem Projekt und welche Botschaft wollten Sie vermitteln?
Jacques Morard: Das primäre Ziel bestand darin, für einen unvergesslichen Augenblick zu sorgen. Ein Ereignis, das die Schönheit der Walliser Alpen vermittelt und das die Öffentlichkeit dazu bringt, ihr Haus zu verlassen, um diese Show zu bewundern und diesen denkwürdigen Augenblick in einer festlichen Atmosphäre zu würdigen. Ausserdem wollten wir eine starke Emotion im Geist und in den Herzen der Zuschauer erzeugen, sodass sich dieser aussergewöhnliche Moment in das kollektive Gedächtnis einprägt. Und zu guter Letzt wollten wir der Welt die Walliser Gipfel mit ihrem Lichterkleid als ein vergängliches Kunstwerk präsentieren, das von unseren Fotografen verewigt wurde.
Die Botschaften, die ich dabei vermitteln wollte, waren einfach: Erstens sollten die Menschen die Schönheit der Natur erkennen, die durch ihr Eingreifen noch vergrößert wird. Zweitens wollte ich den Beruf des Bergführers würdigen, und drittens wollte ich zeigen, dass es sich lohnt, an seine Träume zu glauben.
Vor welchen Herausforderungen standen Sie bei der praktischen Umsetzung?
Jacques Morard: Die grösste Herausforderung bestand darin, die Sicherheit der Beteiligten an den Abschussstellen des Feuerwerks zu gewährleisten - und natürlich die sichere Rückkehr der Bergführer in der Nacht und unter winterlichen Bedingungen. Die Bergführer haben die Strecke für die Rückkehr zunächst am Tag absolviert, um eine Spur im Schnee zu legen, der sie dann in der Dunkelheit im Schein ihrer Stirnlampe folgen konnten. Dank der sorgfältigen Organisation von Peter Mathey (Präsidenten der Schweizerischen Vereinigung der Bergführer) und der Professionalität der Bergführer sind alle sicher zu Hause angekommen.
Die zweite Herausforderung bestand darin, in kürzester Zeit möglichst viele Fotos der Lichtshow zu machen, um die schönsten Bilder unverzüglich an die Medien zu senden. Für unsere Fotografen, Grafiker, Webmaster und Medienmanager war es eine lange Nacht.
Die dritte Herausforderung war die Kommunikation des Projekts. Dafür haben wir die Agentur Media Impact engagiert, die für die regionale, nationale und internationale Kampagne zuständig war – mit Erfolg: 48 Stunden nach dem Ereignis hatten bereits Medien aus mehr als 30 Ländern unsere Bilder veröffentlicht.
Ausserdem gibt es ein Buch, in dem dieses Abenteuer geschildert wird: «13 étoiles au sommet/13...