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Ausgabe Nr. 61 / 06-2013
Wo die Nacht zum Tag wird
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Editorial
Transformation

Wie bewegt man sich in einem Umfeld, in welchem alles in Bewegung ist? In welche Richtung soll man gehen, wenn niemand einen Königsweg kennt? Was soll man wagen und welche Produkte lancieren, wenn die Strategie der Kunden «Versuch und Irrtum» lautet?

So etwa präsentiert sich die Situation für die sda und für die Nachrichtenagenturen weltweit. Die Medien und damit die Kunden der Agenturen befinden sich im wohl grössten Transformationsprozess der Geschichte. Alle wissen, dass Geschäftsmodelle und -ideen der Vergangenheit nicht oder nicht mehr lange funktionieren, doch niemand weiss, welche Alternativen in Zukunft erfolgversprechend sind.

Auch in dieser unsicheren Zeit will die sda den Kunden und Besitzern ein verlässlicher Partner sein. Dies einerseits, indem sie sich fit macht für alle möglichen Entwicklungen. Zum Beispiel mit einem neuen Redaktionssystem, das viel mehr Möglichkeiten zulässt. Dann aber auch mit Gesprächen mit vielen Kunden.

Wir wollen herausfinden, was sie in Zukunft von der Agentur wollen, welche Rolle «ihre» Agentur in der neuen Medienwelt spielen soll und welche Aufgaben wir für sie übernehmen können. Vor allem aber wollen wir ein verlässlicher Partner sein, weil wir unser Produkt nach den bewährten journalistischen Grundsätzen erstellen und dabei auch in einem schwierigen Umfeld die Qualität hochhalten.

An der Qualität und der Zuverlässigkeit wollen wir und sollen sich die Kunden orientieren, in einer Zeit, in der die Orientierung nicht immer leichtfällt.

Bernard Maissen
Chefredaktor

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Impressum:
Mitgearbeitet an dieser Ausgabe haben:
Bernard Maissen (sda); Winfried Kösters (sda); Roman Eberle (Si); Laurent Wirz (Si); Thomas Pentsy (AWP); Anina Bakshi (Keystone)
Koordination: Therese Hirsbrunner und Dania Ammann (sda)
 

Bild: James Morgan
sda verlegt Nachtdienst nach Sydney
Die Auslagerung von Firmenabteilungen in ferne Kontinente ist in der Industrie und im Dienstleistungssektor seit jeher fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Schon der Ökonom David Ricardo hat Anfang des 19. Jahrhunderts in seiner Theorie der komparativen Kostenvorteile nachgewiesen, dass die Optimierung der Standortwahl Produktion und Handel positiv beeinflusst und die Arbeitsproduktivität erhöht.

Auch in der Medienbranche, traditionell eher eine inlandorientierte Branche, zeigt sich mittlerweile ein Trend zur Internationalisierung. So unterhält die Onlineredaktion der Gratiszeitung «20 Minuten» seit einigen Jahren ein Büro in Hongkong. Und das Onlineportal des «Tages-Anzeigers» ist seit knapp einem Jahr in Bangkok präsent. Die dänische Nachrichtenagentur Ritzau betreibt schon heute ihren Nachtdienst von Sydney aus – mit sehr guten Erfahrungen.

Die sda hat nun beschlossen, ihrerseits per Anfang 2014 den Nachtdienst in die australische Metropole auszulagern. Je zwei Journalisten deutscher und französischer Sprache, die aktuell bei der sda in Bern tätig sind, werden ab diesem Zeitpunkt ihre Arbeit in Sydney aufnehmen. Zu diesem Zweck mietet die sda Büroräume bei der australischen Nachrichtenagentur AAP. Die sda-Mitarbeitenden können so vom News-Umfeld profitieren und sich mit ihren AAP- und Ritzau-Kollegen austauschen.

Wie das Beispiel Ritzau zeigt, dürfte die Nachrichtenproduktion mit der Auslagerung an Dynamik gewinnen. Statt um 23 Uhr in der Nacht treten die Kollegen auf der anderen Seite des Globus ihren Dienst (je nach Sommer- oder Winterzeit) um 7 oder 8 Uhr in der Früh an. Da es sich um eine...
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